Archiv für August 2007

Infinityplus – zum letzten Mal

Vor ein paar Tagen ist das letzte Update der sf-website infinityplus online gegangen (dabei auch meine Rezension von Hal Duncans INK). Keith Brooke, der die Webseite zehn Jahre lang betreut hat, hat leider nicht mehr die nötige Zeit und Energie. IP gehört fraglos zu den besten Englischsprachigen sf-websites, und ich bin verdammt stolz, ein paar Rezensionen beigesteuert zu haben! Neben solchen finden sich dort übrigens auch Interviews, Essays, Kurzgeschichten und Romanauszüge … da die Seite online bleibt, genug Stoff, um noch Jahrelang immer wieder zu stöbern und kleine, wunderbare Dinge zu finden!
Dafür danke an Keith Brooke, und an alle anderen Beteiligten!

The needs of the living dead

Schöne neue Zeitverschwendungs-Website. Hab ich ausprobiert. Das gefiel mir besonders gut:

Logic clearly dictates that the needs of the many outweigh the needs of the living dead.

Which movie was this quote from?

Get your own quotes:

Inhaltsverzeichnis der Pandora 2

Im Oktober erscheint die zweite Ausgabe unseres SF- und Fantasymagazins Pandora. Ihr könnt jetzt schon einen Blick ins Inhaltsverzeichnis werfen.

Nächste Lesung: Di, 14. August

Kommenden Dienstag trete ich bei der allwöchentlichen Verbrecherversammlung auf. Es handelt sich um eine verdammt gute Lesereihe, deshalb bin ich auch ordentlich aufgeregt und wünsche mir viel dankbares Publikum. Also kommt vorbei, stärkt mir den Rücken und lasst auch nebenbei gut unterhalten! Unten die Ankündigung der Veranstalter:

14.8. 2007
20.30 Uhr
Lesung
Jakob Schmidt „Berlin im Zeitalter des Schreckens auf Schienen“

Jakob Schmidt ist Redakteur des Magazins „Pandora – SF und Fantasy“ und schreibt Phantastisches, Futuristisches und Kurzes. Bei der Verbrecherversammlung berichtet er vom unglückseligen Fortbestand der Welt, wie wir sie kennen, und, damit das ganze etwas unterhaltsamer wird, von blutgierigen U-Bahnen, Gangsterphilosophen und unbeabsichtigten Geschlechtsumwandlungen. Einen Vorgeschmack gibt’s unter jakob.blogsport.de.

Monarch
Skalitzer Straße 134
10999 Berlin

Zum Verbrecher Verlag

verbrecherlogo

A Weekend with the Clutes

Die letzten paar Tage habe ich in völliger Glückseligkeit im Schoße von Mother London verbracht. Da ihr sicher nicht all meine Tagebucherlebnisse hören wollt, nur die Kurzzusammenfassung unterhaltsamer Eckpunkte:

- Zu Gast bei Judith und John Clute. Lange nicht mehr so gut gegessen, und lange kein so wunderbar krummschiefes, büchervollgepacktes kleines Haus von innen gesehen. Gelegen mitten in Camden Town, wo man abends von der Dachterasse fröhlich-nächtliches treiben und manchmal auch weniger fröhliche Schlägerein beobachten kann. Dazu ein Ausflug in Johns Bücherkeller, eine der beeindruckendsten Sammlung von SF- und Fantasy-Erstausgaben, die überhaupt existiert.

- Zu Gast bei Julia, was mindestens ebenso angenehm war und bei der ich sogar meiner abendlichen Gewohnheit nachgehen konnte, Angel zu gucken.

- Fette Panzer im Imperial War Museum. Wie könnte es anders sein: die analen deutschen waren mal wieder am verliebtesten in ihre Technik und haben die anerkanntermaßen besten Tötungsmaschinen gebaut.

- Fette Bücheregale und Sofas im Freud-Museum, in dem Haus, wo der gute alte Bart sein letztes Lebensjahr verbrachte. sehr sympathisches kleines Unterfangen, das Ding.

- Karl Marx‘ Grab, mit einem riesigen Kopf auf einem riesigeren Steinblock, sieht ein wenig nach Zardoz aus. Viel sehenswerter der zugewucherte Innenbereich des Highgate Cemetery, ein kleiner Urwald, wo manche Grabsteine komplett Efeuverpackt sind.

Soviel spontan, vielleicht kommt später noch was nach, wenn die Eindrücke sich gesetzt haben …

Männlich reisen

Auf der Suche nach kosmetischer Versorgung für den Urlaub fiel mir das „Nivea Reiseset für Männer“ in die Hände, das ich für 3,94 preiswert erwarb.
Schlagartig wurden mir all die Widersprüche klar, in die eine männliche Identität in diesen gerüchteweise fast schon postpatriarchalen Zeiten verwickelt ist: Das Rasiergel und das dazugehörige Aftershave sind „Sensitive“, im zweiten Fall gar mit dem Zusatz „Balsam“, das Shampoo dagegen verkündet: „Feel Strong“. Aber ist dieses ganze gefühlige Feeling überhaupt kompatibel mit echter, starker Männlichkeit?
Die „Pflegedusche“ (Pflege – schon wieder so ein Wort von fragwürdiger Männlichkeit) heißt zumindest „Sport“. Dabei fällt mir spontan ein, dass die obligatorischen Vorsilben „AutoMotor“ fehlen, dafür ist das Rasiergel aber zumindest mit „UltraGlideTechnology“. Technik und Männer, da stimmt ja wenigstens ansatzweise schon mal was.
Das Deo hat den schönen Namen „Dry Impact“. Klingt nach Marlboro, passenderweise ist die Schrift auf dem blauen Fläschchen auch Ausnahmsweise rot.

Und dazu der Klassiker: Ein Döschen Nivea Creme, das keines weiteren Kommentars bedarf.

Darüber steht: „Erfüllt die neuen Handgepäckbestimmungen“. Das ist also aus dem wilden Abenteurer und Regelbrecher geworden: Ein Handgepäckbestimmungserfüller, der sich leise wehmütig sagt: Feel Strong.

An diesem Punkt überMannt mich das Selbstmitleid, allein in der feminisierten Postmoderne …

Glücklicherweise reicht ein Schritt auf die Straße um festzustellen, dass es noch echte Männer gibt. Die meisten davon sind etwa vierzehn. Da fühle ich mich dann plötzlich ganz daheim mit meinem Nivea Handgepäck-Set.