Eigentlich gesehen habe ich BEOWULF natürlich wegen der huge frickin‘ monsters und der bärtigen, kämpfenden Heroen.
Uneigentlich war Neil Gaimans Beteiligung am Drehbuch eine gute Entschuldigung, ins Kino zu gehen.
Die Begeisterung hält sich zugegebenermaßen in Grenzen.
Irgendwie ist das natürlich alles schön postmodern: Computergenerierte Archaik (Interessanterweise sehen die CGI-Männer allesamt besser aus als die Frauen, weil sie schlechtere Haut haben … hach, welch trefflicher Authentizitismus!), ein neuinterpretierter Mythos … gelernt habe ich, dass das Heroengeschäft nur was für selbstgefällige Aufschneider&Arschlöcher ist, die erst killen und dann noch mal killen. Naja, das habe ich nicht gelernt. Das wusste ich ja schon. Also nicht so spannend, die Erkenntnis.
Klar, das ist schon ganze nett, das erst Grendel und Hrothgar tragische Gestalten sind und sich die Tragik dann auf Beowulf überträgt, und die ganze Kastrationssymbolik mit abgehackten Armen, zu Quecksilber zerfließenden Schwerten und so hat auch was für sich. Ich mag so was unverhohlenes, dafür entschuldige ich auch einen Haufen reakionäres Mackergetue.
Und trotzdem. Trotzdem ist das ganze irgendwie statisch, irgendwie schrecklich unreflektiert, irgendwie für mich unverdaulich. Beim Herrn der Ringe war ich vielleicht nicht so kritisch, aber das hat auch als Kitsch so einwandfrei funktioniert, dass man sich einfach hingeben konnte … Aber Beowulf ist nicht mal richtig guter Kitsch, ein bisschen ironisch gebrochen, aber nicht ernsthaft hinterfragt.
Hal Duncan hat das Problem mit dem Film übrigens ausführlicher (und amüsanter!) erörtert!