Wer heute abend noch nichts vorhat …

… mag es ja vielleicht hiermit probieren. Ich moderiere.

»Die Eigensinnigkeit des Eigentums«

Veranstaltung mit Christian Schmidt und Sabine Nuss
Mittwoch, 12.12.2007, Beginn: 19.00Uhr
Ort: Monarch, Skalitzer Str. 134 in Berlin(U1/U8 Kottbusser Tor)

»Copy me – I want to travel« so lautet der Titel eines Songs von Bernadette La Hengst. In ihm ruft »die Idee« dazu auf, die Leute mögen sie kopieren, sie sei kollektiv und möchte gerne reisen. Das Lied ist künstlerischer Ausdruck gesellschaftlicher Auseinandersetzungen um geistiges Eigentum, durch dessen Formierung bislang noch nicht durch die Warenform organisierte Sphären dem Eigentumsregime unterworfen werden. In ihrem Vortrag analysiert Sabine Nuss die theoretische Grundlegung geistigen Eigentums, die in den aktuellen Debatten meist stillschweigend vorausgesetzt bzw. naturalisiert wird. Auf dieser Grundlage sollen in der Folge häufig aufgeworfene Fragen diskutieren werden: Ist geistiges Eigentum durch den technischen Fortschritt gefährdet? Sind alternative Produktionsweisen wie Freie Software oder Open Access die (Wissens)Produktionsweisen der Zukunft und weisen gar über herrschende Verhältnisse hinaus? Wie reproduzieren sich »WissensarbeiterInnen« angesichts solcher Produktionsweisen? Die These der fundamentalen Bedeutung des Eigentumsregimes greift Christian Schmidt im zweiten Teil der Veranstaltung auf. Anhand der Verhältnisse im Sozialismus zeigt er, wie tiefgreifend das Eigentums als soziale Praxis das moderne Verständnis gesellschaftlicher Organisation bestimmt und auch das Selbstverständnis der modernen Menschen bis in die sozialistische Gesellschaft hinein prägte. Argumentiert werden soll mit dieser Darstellung für die Einsicht, dass Eigentum tatsächlich eine grundlegende Kategorie des Kapitalismus ist und nicht bloß ein als Recht kodifiziertes Verhältnis, das durch die »soziale Form der Vergesellschaftung über das Wertverhältnis als realabstraktive Praxis konstituiert wird« (Stefan Meretz).


10 Antworten auf “Wer heute abend noch nichts vorhat …”


  1. 1 der Klassensprecher von 1984 12. Dezember 2007 um 17:53 Uhr

    Wird es Audio geben (Berlin is mir ein paar 100km zu weit für heute abend)?

  2. 2 classless 13. Dezember 2007 um 10:33 Uhr

    @Klassensprecher
    Wenn es kein Audio geben sollte, einfach ein bißchen Geduld – ich werde hoffentlich morgen dazu kommen, einen ausführlichen Veranstaltungsbericht zu bloggen.

    @Jakob
    Warst du das vom Publikum gesehen aus rechts auf dem Podium?

  3. 3 Administrator 13. Dezember 2007 um 11:53 Uhr

    Genau dort – wie gesagt, in der glücklichen Rolle des die meiste Zeit schweigendürfenden Moderators!

    Audiomitschnitt gab’s nicht, an solche technischen Feinheiten hat leider niemand gedacht …

  4. 4 classless 13. Dezember 2007 um 12:01 Uhr

    Aber zum Schluß immerhin noch mit einer schönen steilen These – werd ich ja alles noch petzen ;-)

  5. 5 Administrator 13. Dezember 2007 um 12:23 Uhr

    Hmpf, in meinem Kopf klang die steile These glaub ich besser als aus meinem Mund. Eigentlich wollte ich ja nur darauf hinaus, was denn jetzt das „besondere“ an der ganzen Free-Software-Produziererei ist, egal, wie Partikular oder bildungsbürgerlich die nun sein mag … oder „privat“, was vielleicht auch schon der Punkt ist: Hat das nicht doch irgendwas damit zu tun, kollektive Produktion als privat zu erfahren? Und ist das nicht irgendwie auch nett? Muss ja nicht gleich der Kommunismus vorscheinen darin …

  6. 6 classless 13. Dezember 2007 um 14:33 Uhr

    War doch gar nicht so gemeint. Ich fand die Formulierung vom „gefühlten Volkseigentum“ recht hübsch.

  7. 7 Administrator 14. Dezember 2007 um 15:39 Uhr

    Hier nun der ausführliche (wie merkt der sich das nur alles?) Bericht auf classless:
    http://www.classless.org/2007/12/14/geistiges-eigentum-und-eigentum-uberhaupt/

  8. 8 classless 14. Dezember 2007 um 17:42 Uhr

    Ich mach das ganz analog mit Stift und Zettel.

  9. 9 Administrator 14. Dezember 2007 um 17:46 Uhr

    Wie kann man nur so schamlos anachronistisch hinter den gesellschaftlichen Stand der Produktivkräfte zurückfallen … und dann auch noch Erfolg damit haben!

  10. 10 classless 14. Dezember 2007 um 21:51 Uhr

    Naja, Erfolg…

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