Gute Nachrichten: Nachdem der Aufstand der Maschinen und der Untergang des Großteils der Menschheit ursprünglich für 1997 angesetzt war und dann wegen technischer Probleme auf ca. 2005 verschoben werden musste, macht es nun den Eindruck, dass es 2011 vielleicht doch endlich soweit ist!
Das durfte ich zumindest erfahren, als ich soeben das Vergnügen hatte, die ersten beiden Folgen von „Terminator – The Sarah Connor Chronicles“ zu sehen. Von der werksfrischen Terminator-Fernsehserie kann ich schon jetzt feststellen, dass es sich um die legitime Fortsetzung von Terminator 1+2 handelt – also um eine Fernsehserie, der sich durchaus gehobene Mittelmäßigkeit bescheinigen lässt (im Gegensatz zu einem Film namens „Terminator 3 – Rise of the Machines“, der eher durch untere Abgrundtiefe bestach).
Wer die Grundhandlung der Serie (soweit) nicht kennt, der oder dem ist ohnehin kaum zu helfen, denn sie entspricht weitgehend der von Terminator 2: Die Schwerkriminelle, schwer sexy mit schweren Kanonen und schwerem Stirnrunzeln bewaffnete Sarah Connor ist mit ihrem leichtgewichtigem Sohn und Vielleicht-Heiland John auf der Flucht vor sozial schwierigen Cyborgs aus der Zukunft, die es sich nicht nehmen lassen, ihr Tötungswerk in gelassenem Spaziertempo und unter (wenn auch sparsamer) Einlassung lockerer Sprüche zu versaubeuteln. unterstützt werden die beiden dabei nicht etwa vom Gozuveneur von Kalifornien, sondern von der verdächtig oberniedlichen Cameron vom starren Rehblick (deren Darstellerin Summer Glau allein deshalb schon heilig gesprochen gehört, weil sie in Joss Whedons Serie Firefly die nicht ganz unähnliche Rolle der River Tam gespielt hat und die es nebenbei durchaus nicht nur zur Gouverneurin von Kalifornien bringen könnte, sondern, im Gegensatz zum derzeitigen Gouverneur von Kalifornien, auch zur Präsidentin der Vereinigten Staaten, da sie nämlich in San Antonio, Texas geboren ist [was nicht bedeutet, dass sie zwangsläufig für die Republikaner antritt, obwohl Texas+Terminatorvergangenheit zwei starke dahingehende Indizien sind]).
Jedenfalls, mit Cameron war und bin ich natürlich an diese Serie verloren – wer mag nicht ein leicht unheimliches Cyborg-Mädchen mit übermenschlichen Kräften, die sich in einem prekären Bündnis mit der Heiligen Mutter Maria der Schrotflinte befindet, um einen relativ nutzlosen, aber ansonsten ganz netten jungen Mann seiner Bestimmung als Retter der Menschheit zuzuführen? Das ist schon alles verdammt spannend, auch wenn das ganze Zeitreisegedöns einen Takt von ca. 17 internen Logikfehlern pro Sekunde hämmert. Dafür stimmt die Ästhetik – wie anno dazumal 1991 boxen sich die Terminators gegenseitig durch eine Wand nach der anderen, reißen sich Hautfetzen ab (die hässlichen großen Männer mehr, die hübsche kleine Cameron weniger) und gucken surrend durch ihre blutrote Zielfernrohr-Optik. Schlichte, brachiale und eigentlich über weite Strecken recht unaufgeregte Actionästhetik, yay, das beste der 80er is back! Ein Haufen Zitate darf natürlich nicht fehlen, vom Uninspiriert-Erwartungsgemäßem (Cameron: „If you wan‘t to live, come with me!“) bis zum Brillanten (ausnahmsweise landet so in Folge 2 einmal nicht einer der bösen Terminators, sondern Cameron beim unaufmerksamen Überqueren einer befahrenen Straße auf der Motorhaube – daraus können auch die Kinder noch was lernen, nämlich, wie man sich gegenüber Wageninsassen, deren Windschutzscheibe man gerade mit der Stirn zertrümmert hat, höflich verhält).
Und dann auch immer wieder Spuren dieses gelassenen, aber auch leicht debilen Humors, wenn Cameron, ganz nach dem Vorbild des in dieser Hinsicht wirklich hochbegabten Schwarzenegger, versucht, neue menschliche Verhaltensweisen zu adaptieren. Ohne Worte, aber verdammt lässig …
Da verzeihe ich der Serie sogar, dass das gute alte Mensch-vs.-Maschine Thema eigentlich seinen natürlichen Höhepunkt mit NuBattlestarGalactica erreicht hat und danach nur noch Verfallsformen kommen können. Wenn der Verfall sich so fett guckt, kann er sich von mir aus gerne noch ein paar Jährchen fortsetzen. Wer würde schon die Nase über einem thematischen Kadaver rümpfen, der so angenehm nach Chrom und Pulverdampf duftet und rotglühende Augen hat?
Terminator 3 mag ja keine große Offenbarung gewesen sein, aber die Lust, mit der dort Wertvernichtung zelebriert wurde, das Geschepper also, das ging schon gut klar.
HILFE!!!
Das Geschepper war an T3 noch das beste, das gebe ich zu. Nur der ganze Rest hatte nichts mit der existenziellen Dramatik, der hohen brachialpoetischen Kunst der ersten beiden Teile gemein. Außerdem war der T-X ne dumme Zumutung, da war der im Prinzip androgyne, flüssige T-1000 aus T2 doch in jeder Hinsicht weiter entwickelt.
Ganz abgesehen davon muss ich schon allein zwecks Kontrastverschärfung auf T3 rumhacken.