Archiv für August 2008

Buffy ist schuld!

Am Heidentum!

Nee, da ist GMX schlecht informiert. Wenn überhaupt muss man die Schuld ja wohl Alyson Hannigan und Amber Benson geben. Ich dagegen würde dafür pladieren, sie ganz traditionell bei Computerspielen zu suchen, das passt eigentlich immer!

Schwatzen über The Dark Knight

… mache ich zur abwechslung mal nicht hier, sondern indem ich auf die hübsche Analyse bei vorstellungsrepräsentanzen antworte.

Pfuibäh, Argento!

Weiter geht die Mission des Grauens: vorgestern Abend stand Dario Argentos Horror-Ästhetikum Suspiria auf dem Plan. Deutlich inspiriert vom grimmschen Märchenstoff und enstprechend grausam und unheimlich. Besonders gemein: der surreale Effekt wird durch die Synchro verstärkt, die klingt, als habe Argento gemeinsam mit ein paar Freunden, die zufällig halbwegs Englisch können, noch schnell eine Synchronfassung gebastelt.
Die Handlung von Suspiria ist nicht weiter erwähnenswert: ein amerikanisches Mädchen kommt an eine Elite-Tanzschule irgendwo im tiefsten Schwarzwald. Sie trifft ein fliehendes Mädchen, das kurz darauf mehrfach erdolcht, leicht augeweidet und zum Abschluss erhängt wird. Auch ansonsten geht’s in der Tanzschule unheimlich zu: seltsames Kochpersonal blendet die junge Amerikanerin mit hellen Spiegeln, Ungeziefer regnet unvermittelt von der Decke, und des Nachts ist das pfeifende Schnarchen einer geheimnisvollen „Direktorin“ zu hören. Es ist, so erfahren wir, ein Hexenzirkel, der hier sein Unweisen treibt. (Argento hatte wohl, anders als beispielsweise Joss Whedon, keinerlei feministische BeraterInnen, die ihn darauf hinwiesen, dass das mit der Hexenverfolgung wohl doch eher ein großes historisches Unrecht war. Naja, sind wir mal gnädig, auch in Bezug auf den ganzen verschwörungstheoretischen Grundierungs-Schmu …)

Vor allem ist Suspiria ziemlich surreal: einzelne Szenen sind komplett in sattes Rot, Blau oder Grün getaucht, und wenn eine andere Farbe durch ein Fenster oder eine Tür hereinfällt, wissen wir genau, dass da nicht nur wer die Glühbirne gewechselt hat, sondern dass da etwas kommt … Ein paar Szenen haben auch was vom guten alten Pappkulissen-Expressionismus – sehr unwirklich und theatralisch. Das alles punktiert der Film sorgfältig mit ekligen Gemeinheiten aus der blutigsten Schublade – z.B. eine Frau, die versehentlich in ein Zimmer voller Stacheldraht springt. Da braucht es keine glaubwürdige psychologische Charakterisierung der Figuren (die der Film auch nicht bietet), um mitzuleiden, der Gedanke reicht schon …

Gruselig war’s jedenfalls – und gestern abend hat es mir auch ernstere Einschlafschwierigkeiten bereitet (die kommen bei mir komischerweise immer erst zwei bis drei Nächte nach dem Horror-Konsum).

Unterm Strich: Der Trashcharakter macht das etwas penetrante künstlerische Gehabe erträglich und erhebt es über’s schnöde Schöngeistige. Das Endergebnis kann streckenweise echt beeindrucken. Das ethische, moralische oder politische Urteil verkneife ich mir erstmal, vielleicht gewinne ich da ja noch Klarheit, wenn ich mehr Argento sehe.

Genre-Beleidigung

Warum postet eine doch noch ansatzweise ernstzunehmende SF-Website solchen Bullshit:

Melanie Thierry, the French actress who co-stars opposite Vin Diesel in the upcoming Babylon A.D., told reporters that the ambitious film ventures far beyond its SF-action underpinnings.
„You have the love story,“ Thierry said in a group interview in New York earlier this week. She added: „It’s not only an action movie. It goes beyond that. We have the humanity just so close to the chaos. It’s frightening. It’s talking about clones. It’s talking about global warming. It’s about terrorism. It’s about the danger of … science. And I know I‘m very afraid about the danger of science. Sometimes it’s great and sometimes it goes too far and it’s dangerous. It’s about religion. So it’s about all of that, with the science fiction. It’s not really science fiction. To me, it’s anticipation.“

Ich meine: „The dangers of science“. WENN es ein Standardthema der SF gibt, dann ist es ja wohl das! Gemeint ist hier aber wohl von Seiten Thierrys: „Wir haben etwas zu SAGEN, wissen Sie. Deshalb ist das keine SF, was wir machen. Weil wir etwas zu SAGEN haben. Über Religion und so. Und Klone. Darüber haben wir so einiges zu SAGEN.“
Warum macht sfsite aus dem schlechtinformierten Gebrabbel irgendeiner Schauspielerin eine Newsstory, die Antiwerbung für einen voraussichtlich mittelmäßigen Film darstellt?

Auf einer Seite mit Georg Seeßlen

Na, das ist doch mal was! In der heutigen Jungle World: Superhelden, die wir lieber mögen als Batman. ich präsentiere: Hellboy, Retter der Aufklärung!

Eine bessere Entschuldigung

Kaum habe ich meine Entschuldigung für meine Blogträgheit verfasst, da finde ich eine viel bessere Entschuldigung im Internet!

Update von Faulen für Faule

Gerade hab‘ ich nicht so richtig Zeit zum bloggen, weil ich mir bezahlte Arbeit aufgehalst habe. Ich Dummerchen. Deshalb die Kurzübersicht:

1. HELLRAISER wurde inwzischen gesehen und von Jasper und mir als „ausreichend“ bewertet. Schade, dass ich ihn nicht vor fünfzehn Jahren gesehen habe, da hätten mir Fleischerhaken und S/M-Anspielungen sicher noch das wohlige Gefühl beschert, an einem schmutzigen großen Geheimnis teilzuhaben (gemeinsam mit den anderen paar Millionen, die den gleichen Film gesehen haben). Romero-Klasse hat das jedenfalls nicht, ist aber auch was ganz anderes – eher ein Böse-Stiefmutter- sowie Elternsex-ist-bäh-Märchen.

2. Derzeit bin ich unregelmäßig, aber sehr häufig im Otherland anzutreffen. Kommt doch mal vorbei, am besten diesen Mittwoch oder Samstag! Dann kann ich euch die Ladenbewachung überantworten und in Ruhe aufs Klo gehen. Und bringt nen Sojamilchkaffee mit …

3. Entgegen aller guten Vorsätze gegen die beständige Fortsetze von Fantasy-Zyklen habe ich jetzt doch angefangen, A GAME OF THRONES von George R.R. Martin zu lesen. Kann ich nur allen auf HBO-Serien-Entzug empfehlen, ist nämlich genau die Mischung aus Familienangelegenheiten und anderen Gemeinheiten in Fortsetzung, die wir an „Six Feet Under“ oder „Rome“ so lieben, nur halt im Fantasy-Setting. Ich hoffe inständig, das HBO das ganze anständig als Serie mit einer Staffel pro Band verfilmt (so wurde gemunkelt), sonst werd ich aufständig!

Es gibt keine Entschuldigung mehr

Wer auch immer das Otherland betritt, jetzt kommt sie oder er nicht mehr drumrum. Ich habe es noch im Ohr, das renitente Genöle: „Ach ne, die Klett-Cotta-Ausgabe ist mir zu teuer“, oder „Hardcover sind so unhandlich in der U-Bahn“ oder „die preiswerte englischssprachige Taschenbuchausgabe ist mir zu englischsprachig“ und womit sie sich noch alles rausgeredet haben.

All das zählt nicht mehr.

Denn jetzt ist „Schattenfall“ von R. Scott Bakker für lachhafte 9,95 als Taschenbuch erhältlich, und wer sich weiterhin weigert, es zu kaufen, zu lesen und sein Lob zu preisen, soll die grausame Macht der Gnosis spüren und zu einem kleinen, hässlichen Holzkohleköttel zerschrumpeln und zerkrumpeln!

Fantasy-Filmfest-Einstimmung oder: Meine WG ist nicht krank genug!

Mitte August dräut in Berlin das Fantasy-Filmfest mit vielen bekannten und unbekannten kranken Filmen – unter anderem ist Dario Argento mit Mother of Tears dabei. Leider habe ich noch nie ein Werk des italienischen Surrealismus-Splattermeisters gesehen und weiß nicht, ob ich mich dazu ins Kino traue … deshalb suche ich jemand, der in nächster Zeit mit mir zur Vorbereitung Argentos legendäre Filme „Suspiria“ und „Inferno“ guckt. Meiner WG kann ich das eher nicht zumuten.
Alternativ würde ich auch andere Klassiker des Geschmacklosen in Betracht ziehen: Clive Barkers „Hellraiser“ oder David Cronenbergs „Videodrome“ und „The Fly“. Alles große Bildungslücken, die ich schließen will. Ich kann mich schließlich nicht ewig auf meinem Romero-Fachwissen ausruhen.
Apropos Romero: Ich habe kürzlich preiswert dessen Vampirfilm „Martin“ erworben, für den suche ich auch noch mutige Mitgucker.