Archiv für September 2008

Guillermo del Toro in Deadline

Morgen erscheint die Nr. 11 des Filmmagazins Deadline, die unter anderem meine Besprechung von Hellboy II sowie eine kleine Del-Toro-Retrospektive aus meiner Feder enthält. Deadline ist in meiner humblen Opinanz das derzeit beste Printmagazin zum Thema Film, randvoll mit Rezensionen auch und gerade von Randständigem, und ich bin natürlich mächtig stolz, jetzt auch zu den freien Mitarbeitern zu gehören!

psyched 101!

Lied von Eis und Feuer als HBO-Serie!
Wird’s wahr? Wär wahrhaft wunderbar!

Tele-Ethik-Seminar

In der heutigen Jungle World ist unter dem Titel „Unser Tele-Ethik-Seminar“ ein nostalgischer Artikel von Jesse-Björn Buckler und Juri Dadarin über die biographische Einbrennung von Star Trek erschienen. Und da Juri Dadarin niemand anders ist als ich, weise ich mal darauf hin …

Altmetall

Es gibt kein Entkommen vor den Möchtegern-Lasterfahrern-Und-Im-Herzen-Softies des Rock. Mit dreizehn kaufte ich mir den schwarzen Silberling, und dann folgte chronologisch erst rückwärts und dann vorwärts der Rest, von „Kill ‚Em All“ bis – letzten Samstag – „Death Magnetic“.

Wie ich weiß, gehört es zum guten Ton, den frühen pickligen Metallica-Speedmetal für seine historische originierende Rolle zu loben, den etwas späteren ordentlichen Metal („Master of Puppets“ und „…and Justice for All“) für krachige Epik und Gitarrensolokunstfertigkeit und das Schwarze dann für 12 perfekt gebügelte und gelegte Rocksongs. „Load“ und „Reload“ gelten dagegen gemeinhin als Ausverkauf, die können ja nur schlecht sein, weil sie nämlich nach dem kommerziellen Durchbruch kamen und Papiergeld bekanntlich den Metallcharakter verdirbt.

Der kluge Kritiker von heute war folgerichtig erst wieder mit der Rückkehr zu punkigen Wurzeln in „St. Anger“ zufrieden. „Death Magnetic“ kommt dann ähnlich,nun, wie heißt es so schön „kompromisslos“ rüber und erntet auch ähnlich hymnische Reviews, zum Beispiel in der Zeit: Nietzsche hier, Nietzsche da, Nietzsche Trallala, endlich sind Metallica wieder noch böser, Stahlgewitter für den Hausgebrauch … Na, und ich Trottel kauf mir das natürlich auch noch.

Man hat mich hier schon für meine langweiligen Plattenkritiken gescholten, deshalb mach ich’s kurz: Mein Lieblings-Metallica-Album ist und bleibt (auch und erst recht nach mehrfacher Einnahme von „Death Magnetic“) „Load“. Und wer nicht raushört warum, dem krieg‘ ich’s hier auch nicht erklärt. Und folgerichtig halte ich das ganze Feuilleton-Getue um die neuen, alten hartgekochten Edelstahlteeeier, die ja nun endlich wieder gute Nietzsche-Musik machen auch für eine grandios dumme Sublimationsleistung der Lumpen-Intelligenzia. Gewissermaßen verhält sich das Pseudo-Atavistische-Gemetalle wie der Sirenengesang zum an dem Mast gefesselten Odysseus (die Geschichte ist übrigens gar nicht von Homer, die haben sich Horkheimer und Adorno einfach ausgedacht, sag ich jetzt mal so): Der Ruf der Wildnis an den Männermann, der als Kunstgenuss um so meht goutiert wird, um so authentischer und altertümlicher er daherkommt. So einfach ist das, Leute, dass das außer der Frankfurter Schule und mir noch keiner mitgekriegt hat, skandalös!

Obwohl ich jetzt auch schon ein zwei Stündchen nostalgischen Spaß mit „Death Magnetic“ (und natürlich, ich gestehe: am liebsten höre ich die beinahe-Balladen „The Day That Never Comes“ und „The Unforgiven III“) hatte: Ich mag eben „Load“, die episch-leidende Krisenmusik, die nicht weiß, wohin mit sich, das in seine Hälften zerfallen, ziellos herumeiernde Edelstahlteeei.

Vorsätze

Vorsatz 1: Ich gehe ab jetzt 2x die Woche ins Hallenbad schwimmen.

Vorsatz 2: Ich lasse mich dabei maximal 1x monatlich auf halber Strecke retten, weil mir die Puste ausgeht.

Diesen Monat habe ich sogar noch 1x retten frei!

Pandora 3 im Otherland

Es ist Mittwoch, und Pandora 3 ist im Otherland sowie auf der Website bestellbar. Wer den Anguck oder Erwerb mit einem Besuch bei mir im Laden verbinden will, kommt am besten Freitag zwischen 15 und 19 Uhr oder Samstag zwischen 11 und 17 Uhr.

Bare survival of the relatively unfit

Eher zwangsweise geht bei mir derzeit alles um körperliche Leistungsfähigkeit. Zur Reaktivierung des Fußball-Dilletantenstadls und der Überwindung meines Schwimmtraumas gesellt sich derzeit die Umgestaltung eines WG-Zimmers durch Rauskloppen einer Wand. Das macht erst mal Spaß: Bromm! Broch! Boah! Der Rehgips erzittert vor meinem Hammer wie Kitzgips! Ärgerlich wird es, wenn der Rehgips sich darauf als Bockgips erweist, der schlicht nicht in die Plastikmüllsäcke passen will und sie stattdessen mit zerküfteten Zähnen von innen zerfetzt.
Die Folgen solch tierischer Transmutationen sind: Rückenschmerzen, Frustration, und wenn, das noch lange so weiter geht, entweder ein sehr viel ansehnlicherer oder ein sehr viel buckligerer Körperbau (nein, gemeint ist nicht Buckler-iger!). Wenn die Evolution mich überhaupt für solche Strapazen ausgestattet hat, sonst werde ich wohl demnächst natürlich ausgelesen …

Apropos Evolution: Heute im Laden durfte ich mit ein langandauerndes Gespräch zwischen zwei Kunden belauschen, von denen einer – ein höflicher, kerngesunder alter Herr mit Hund – seinem Gegenüber nicht nur über Theosophie und die Vorteile irgendwelcher Kräutertrunk-Ernährungsweisen aufklärte, sondern auch darüber, dass die Juden wahrscheinlich schon gewisse „Rasseeigenschaften“ hätten, schließlich seien sie ja auch um die zweitausend Jahre verfolgt worden, da muss man sich anpassen und ein bisschen hinterfotzig und paranoid werden und so … das sind einem ja immer die liebsten Antisemiten, die es den Juden gar nicht so richtig verdenken können, dass sie von Natur aus, was soll man da machen, wenn der Semit erst mal in den Brunnen gefallen ist, da muss man verstehen, dass da manche überreagiert haben, Goebbels war ja auch ein Intellektueller, vielleicht tat es ihm ja später sogar leid …

Gerade war mir der Hals dick genug, um den in jungen Jahren steckengebliebenen Alten auf die Straße zu setzen, da kam er mit einem kleinen Stapel antiquarischer Bücher an die Kasse. Wie jetzt noch ein Exempel statuieren, wenn er eh geht? Mir viel nur die Taktik der Beschämung ein, also erklärte ich ihm, dass ich von ihm kein Geld annehmen möchte, wenn ich seinen rassentheoretischen Rehbockmist richtig verstanden habe. Er beklagte sich höflich, dass ich ihm Unrecht täte, das er genau das Gegenteil von dem, was ich gehört zu haben meinte zum Ausdruck habe bringen wollen. Ich schlug ihm vor, als Entschädigung für solch schweres Unrecht die Bücher unentgeltlich mitzunehmen, sich davonzumachen und nicht wiederzukommen.

Bekämpft man Krypto-Nazis nun wirklich sinnvoll, indem man ihnen Bücher schenkt? Ich fürchte nicht. Aber wenigstens verschafft man sich solcherart Genugtuung und macht sich ganz unevolutionär wieder fit für die nächste Bauschuttschleppen-Schicht.

Wenn schon nicht der Kommunismus …

… am Horizont aufscheint, so ist doch zumindest eine andere unwahrscheinliche Wahrscheinlichkeit eingetreten: Entgegen aller Prophezeiungen pessimisitischer Propheten ist die Pandora 3 erschienen! Und Bestellbar! Auslieferung beginnt ab Donnerstag (dann nämlich kommt der Hauptschwung aus der Druckerei), und auch im Otherland solltet ihr das Werk spätestens Donnerstag käuflich erwerben können.
Apropos Otherland: Morgen (Dienstag) bin ich dort mal wieder anzutreffen, also kommt vorbei, bringt mir Kaffee oder Blumen und natürlich vor allem: kauft Bücher!

Pandora3

Oben: Pandora 3 – Wenn da mal nicht der Vorschein rosig scheint!