Archiv für Februar 2009

Von Leuten wie mir für Leute wie mich …

… ist offenbar der Film Astropia (außer, das ich nicht so gut Filme machen kann). Wirklich ein netter kleiner isländischer Film mit einer selten unoriginellen Story (Schöne Frau wird von ihrem blöden Yuppie-Lover verarscht und stellt fest, dass Nerds eh viel netter und lustiger sind), die auch gewisse (ernsthafte) dramaturgische Schwächen aufweist (wer interessiert sich eigentlich für den Knastausbruch von besagtem Yuppie-Lover?), was mir aber alles egal ist, weil: es geht um Rollenspieler. Und schöne Frauen, die es werden wollen. Vor allen Dingen geht es um echte Rollenspieler, die echte Rollenspiele spielen (in diesem Fall D&D 3.5Ed.), über wirklich existierende Comics und Filme reden und Joss Whedon für ein Genie halten. Also nochmal: Leute wie mich. Leute, die „Intime“ sprechen und verärgert sind, wenn andere einfach „Outtime“ sprechen. Leute, die ihre Charaktere in heiligem Ernst mit absurd lächerlichen und geklauten Namen vorstellen.
Und das schönste: Die Rollenspielsequenzen sind in bester Larp-Ästhetik „intime“ zu bestaunen. Und die Stimme des Gamemasters kommt in der Fantasywelt tatsächlich vom Himmel …
(Übrigens ist deutlich ersichtlich, dass die Macher von Astropia sich der scharfen Clerks2-Kritik an Peter Jacksons Herr der Ringe durchaus bewusst sind.)
Zugegeben, das Finale wirkt auch ein bisschen bemüht. Trotzdem, der Film hat mir so schrecklich viel leise gackernden Spaß verursacht, das musste ich mal teilen!

fremdbloggen: Tolkien, Mieville, Moorcock, Morgan

… bei Abigail Nussbaum.

BSG: verdiente Schellen

Nuff‘ said:

Hal Duncan on Battlestar

Abigail Nussbaum on Battlestar

… aber habe ich zum Abkotzen nicht einen blog?

… muss ich mich fragen?

Online-Datingbörsen sind das letzte, Leute. Weil nämlich 99% der dort Vertretenen aus jeweils eigener Perspektive Vollidioten sind. Und weil die 1%, die einem sympathisch erscheinen, aus irgendeinem Grund automatisch und sofort zu dem Schluss kommen, dass man ein Vollidiot sei.

Neulich schrieb ich doch glatt einer Person, die laut eigener Aussage am Unwohlsein an der Welt krankt unter anderem, dass es ja auch auch ganz angenehme Momente des Wohlseins an der Welt gäbe. Das war wohl ein Kardinalfehler, da hab ich Adorno ganz falsch (oder am Ende gar nicht?) gelesen, denn wer sich eine Spur Menschlichkeit bewahrt hat, muss ja eigentlich von Morgens bis Abends und rund um die Uhr an der Welt leiden. Und da wurde mir bescheinigt, dass ich, obwohl ich mich in meiner „Lifestyle-Sparte“ auf entsprechender Plattform als Phase-2-Leser oute, ganz offensichtlich ein menschliches Brechmittel sei.

Warum mich das so anviecht und tierisch ärgert? Weil’s halt wehtut, wenn man von den als geistesverwandt Vermuteten so unverblümt gedisst wird und nicht mal die Chance hat, angemessen darauf zu antworten. Weil es wenig ärgerlicheres gibt, als sich missverstanden zu fühlen, wenn man sich in einem Umfeld bewegt, indem die meisten Leute nichts mit einem zu tun haben wollen, weil sie einen GANZ RICHTIG verstehen und nicht weil sie einen missverstehen: Und genau so ein Umfeld ist eben finya … ups … jene Plattform. Und eigentlich auch der Rest der Welt.

Adorno mag mich strafen, doch ich beharre darauf: Manchmal ist mir auch ganz Wohl in der Welt. Nur nicht heute.

Day of the Deadlines

Zwei Tage, in denen alles zu klappen scheint: Gestern habe ich nach zweitägigem Durchgeschreibsel fristgerecht und per Express eine gewisse Leseprobe für einen gewissen Wettbewerb an einen gewissen Verlag geschickt, und eine ähnliche Vollzugsmeldung habe ich noch am selben Abend von Jasper erhalten. Ebenfalls gestern erreichten mich weitere Erfolgsnachrichten aus meinen familiären Romancier-Kreisen. Heute morgen habe ich meine Magisterarbeit im Prüfungsbüro abgegeben, und kurz darauf erreichte mich die Mail, dass Isabell Lorey ihre Habil eingereicht hat. Also sind alle glücklich und zu beglückwünschen, machen Karriere, werden etabliert, korrumpiert, alt, dick und faul …

Den Umstand, dass diverse Deadlines ihren lastenden Arsch von meinem zerknautschten Gemüt erhoben haben, nutze ich nun, um mir ein paar neue Deadlines zu setzen, die sich dann auf mich setzen können: Erst mal hat meines Erachtens Ende der Woche die aktuelle Übersetzung für Heyne fertig zu sein (jawoll, Sir!), dann möchte ich im gleichen Zeitraum auch noch ein Gutachten für einen großartig verstörenden, unveröffentlichten Roman von Gero Reimann fertigstellen, und schließlich würde ich gern letzte Hand an den Sachtextteil der Pandora 4 legen. Gewisse Abschlussprüfungen nicht zu vergessen … Ach, es lebt sich einfach besser mit einem geplätteten und vollgefurzten Gemüt!

„Zwielicht“ erscheint im Frühjahr

Der umtriebige Michael Schmidt (nicht verwandt und nicht verschwägert, jedenfalls nicht mit mir, über Andere hab‘ ich da keine Informationen, würde aber mal stark vermuten) startet in diesem Frühjahr als Herausgeber die vielversprechende Horror-Anthologiereihe Zwielicht. Den Bewerbe ich hier schon mal nicht nur (aber doch sehr auch), weil auch ich mit einer Story vertreten bin.
Ich bin gespannt und wünsche viel Erfolg und ein besseres Händchen für die Einhaltung von Erscheinungsterminen, als wir es bei der Pandora haben (ahem).