Archiv für November 2009

Rollenspiele und alternative Marktwirtschaft

Ihr habt schon alle von diesem diversen postmodern-alternativen Jungunternehmermüll gehört, kleine geile Firmen und so? Projekte klarziehen, direktes Producer-Consumer-Interface, flache Hierarchien, JedeR UntenrehmerIn seiner selbst? Klingt blöd, was? Hat aber echt seine Vorteile.

Zum Beispiel für Rollenspieler. Und Rollenspielautoren. Greg Stolze zum Beispiel hat mal wieder ein sehr erfreuliches Projekt am Start: Ein Kern-Regelbuch zu seinem höchst gelungenen Fantasy-Rollenspiel REIGN. Leider ist noch nicht entschieden, ob das Ding in die Produktion geht – das macht es nämlich erst, wenn sich genug Unterstützer (sprich: Käufer) finden, damit der Spaß sich auch lohnt. Bis zum 18. Dezember müssen noch gut 2000 $ in Form von „Pledges“ zusammenkommen. Bieten muss man (außerhalb der USA) mindestens 25 $ (Das sind derzeit ca. 18 €). Eingezogen wird das Geld erst am 18. Dezember und nur, falls überhaupt genug zusammenkommt, vorher kann man sein Gebot jederzeit zurücknehmen. Falls genug zusammenkommt, kriegt jeder, der geboten und bezahlt hat, das Buch zugeschickt. Und weil ich geboten habe und auch gerne das Buch hätte, will ich natürlich, dass alle möglichen anderen Leute auch bieten.

Die erste Fassung von REIGN besitze ich schon, es handelt sich um ein recht originelles Fantasy-Setting (schönstes Detail: Männer reiten dort nur im Damensitz – dort also Herrensitz –, weil der Aberglaube besteht, sie würden durch breitbeiniges Reiten impotent), zusammen mit einem gut durchdachten, sehr spielbaren, flexiblen und in diversen anderen Settings erprobten Regelsystem (dem „One Roll Engine“). Hat außerdem sehr schöne Regeln für Konflikte zwischen Gruppen und Organisationen.
Das Buch REIGN ENCHIRIDION, für das ihr bieten sollt, enthält nur den Regelteil und ist dafür handlich und preiswert – und da REIGN ein ganz hervorragendes System für Selbst-Weltenbau ist, auch sehr sinnvoll für Leute, die das dicke Buch mit der Weltbeschreibung nicht haben. Das bieten geht ziemlich einfach, wenn man bei amazon.com angemeldet ist, sonst ist es ein bisschen komplizierter.

Also helft Greg Stolze, diesem wackeren Unternehmer seiner selbst, bei seinem neuesten kleinen, geilen Projekt! Und helft mir dabei, dieses Buch zu kriegen!

The Horror! The Horror!(-anthology)

Ich komm gerade nicht mehr mit Romanen zurecht, habe Ken Scholes eigentlich ziemlich guten „Lamentation“ sogar vorerst abgebrochen, weil mit der Langzeitschub für sowas gerade fehlt. Stattdessen habe ich nun eine größtenteils ungelesene Horroranthologie von der bald schon legendären Herausgeberin Ellen Datlow aus dem Regal gezogen, nämlich „Inferno“. Die ist tatsächlich sehr gut, vor allem enthält sie auch eine mir noch neue Story von Laird Barron, womit eigentlich schon genug Gründe vorliegen, sie sich angeschafft zu haben.
Jetzt bin ich aber doch zu faul, was über die einzelnen Geschichten zu schreiben. Stattdessen halte ich hier nochmal ein horrifizierendes Erlebnis fest, das vor einer Weile nicht mir, sondern einem kleinen Kind neben mir widerfahren ist: Die Frau, die dessen Wagen schob, hatte selbigen nämlich an einer roten Kampel auf Stoßkante mit dem Bordstein gebracht, sodass einen halben Meter vor der Nase der/des Kleinen beständig die Autos vorbeisausten. Dazu manträtierte die Frau das Kind mit einem unablässigen, suggestiv gemurmelten: „Auto-auto-auto-auto-auto …“
Brr. Grusel.

Und ein letzter guter Rat, den ich kürzlich von einem Kunden erhielt: Zaubern kann man soviel man will. Mit echter Magie sollte man allerdings vorsichtig sein, die fällt ganz leicht auf einen zurück … diese Worte waren Teil einer angenehmen, interessanten und sogar sehr anrührenden Unterhaltung, und wer es nicht glaubt, hat den netten Xanth-Leser mit dem weißen Bart noch nicht kennengelernt.

3+4 Lesung des Autorenkombinats

Schlotzen & Kloben lädt zur dritten und vierten vorweihnachlichen Lesung. Süßer die Glocken nie schocken!

Hier Info-Flyer mit Daten ansehen