Archiv für Januar 2010

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Gewisse Gerüchte über das Ableben der Pandora nach dieser Ausgabe könnten sich in fernerer Zukunft als übertrieben erweisen.

Altmodisches mit kleinen Freuden & Ärgernissen

Weil ich kürzlich gebeten wurde, für eine englischsprachige Zeitschrift ein paar herausragende deutschprachige Phantastik-Titel rauszupicken und kurzzubesprechen, habe ich mal wieder meine Vorurteile gegen die Mehrzahl ebensolcher überwunden und angefangen, Karsten Kruschels Vilm – Der Regenplanet zu lesen. Nach Fastabschluss des ersten Bands sage ich: Gar nicht übel, auf ne Art sogar sehr gut, von der Erzählweise her altmodisch, aber angenehm und ein bisschen wie Kim Stanley Robinsons Mars-Trilogie (wenn auch, soweit ich das bisher beurteilen kann, weniger komplex und politisch).

Minuspunkt: Telepathische Aliens. Immer das gleiche.
Pluspunkt: Die Alien -Telepathie wird als sexuelles Erlebnis beschrieben, sogar (und gerade) im Kontakt mit Kindern. Das macht es etwas gruseliger und interessanter und wirkt wunder gegen den in der Sache angelegten Kitschfaktor.
Minuspunkt: Es gibt irgendwelche noch nicht näher definierten reichen Mistkerle namens „Goldene Bruderschaft“. Die werden nur ganz am Rande als verantwortliche für eine Raumschiffkatastrophe benannt, und Sympathieträgerin A sagt zu Sympathieträger B: „Die konnte ich noch nie leiden“, und schon ist Gemeinsamkeit gestiftet zwischen den beiden. Diesen Erzähltrick, um Gut und Böse herzustellen, konnte ich noch nie leiden (harhar!). Da klingt für mich gleich wieder der Stille Konsens über „die da, die nicht zu uns gehören“ an, die Herstellung von Gemeinschaft über Ablehnung des Dritten, mitsamt Das-musste-mal-gesagt-werden-Gestus. Wenn ich das lese und es mir als Identifikationsangebot mit der Gemeinschaft der Anständigen unterbreitet wird, dann schaudert es mich ein bisschen, auch, wenn’s nur ein ganz beiläufiger Satz ist.
Mal sehen, was das wird mit den Goldenen. Vielleicht relativiert sich mein Unbehagen ja noch, vielleicht spielen die gar nicht die Rolle des bösen Dritten.

Trotzdem bereue ich es nicht, das Buch schon ein paarmal im Laden empfohlen zu haben, ist einfach sehr gelungene, wunderbar lesbare SF mit guten Figuren.

„Die Audienz“ erscheint im März

Im März 2010 erscheint im Wurdack-Verlag die Anthologie Die Audienz, in der nicht nur meine Story „Auslese“ erhalten ist, sondern auch eine neue Geschichte von Karla. Anschaffung lohnt sich also mindestens doppelt.

AudienzCover