Archiv für Juni 2010

Am Samstag S&K im auf den Linken Buchtagen

20 Uhr Im Schwarze-Risse-Laden.

Deutschland verliert gegen Serbien:

Das ist ja wohl mal endgeil!!!

Dazu ein Dialog, gerade im Schwimmbad beim umkleiden:

„Papa, ich muss aber in die andere Umkleide!“
„Nein, musst du nicht, hier ist heute eh keiner, die sind alle Zuhause vorm Fernseher.“
„Papa, ist heute Weihnachten?“
„Nee, Fußball.“

aus aktuellem Anlass

Die Nacht der lebenden Idioten

Mehr Serien

Alles wird immer schlechter, nur das Fernsehen wird immer besser. Zugegeben, andersrum wäre das besser. Aber trotzdem hier noch eine gute Nachricht:

HBOs Website zu Game of Thrones

Das mit Sean Bean kann ich eigentlich immer noch nicht glauben, das ist zu schön, um wahr zu sein!

Online-Lesestoff

Meine Geschichte „Eine Andere Wildnis“ aus der Anthologie Zwielicht (hg. von Michael Schmidt) kann man jetzt auch auf Fantasyguide online lesen.

Und die gute Nachricht des Tages:

Captain Jack Harkness will be back!

Spiel nicht mit den Schmuddelisraelis …

Ich will gar nicht damit anfangen, mich unbeliebt zu machen, indem ich über den neuen Anti-Israelischen Entrüstungssturm abkotze, der seit einer Woche durch alle Medien und allerlei Regierungen fegt. ich will eigentlich gar nicht sagen: Was erwarten die Leute, wenn sie mit den schon präventiv vom Märtyrertod schwärmenden militanten Islamisten vom türkischen IHH auf ein Boot steigen, oder mit dem islamistischen Flügel der faschistischen Grauen Wölfe, auf ein Boot, mit dessen Fahrt nach Gaza von Anfang an ein politisches und kein humanitäres Ziel durchgesetzt werden sollte? Was erwarten Leute, wenn sie das israelische Angebot, die Hilfsgüter gemeinsam auf dem Landweg nach Gaza zu bringen, konsequent ausschlagen und auf die mehrfache israelische Androhung, die Gaza-Solidaritätsflotte notfalls mit Gewalt aufzuhalten, nicht reagieren – außer durch die Feststellung, dass ggf. der Märtyrertod einen Sieg darstellt? Das will ich eigentlich alles gar nicht sagen, weil es Angesichts zahlreicher Verletzter und Toter auf der Mavi Marmara trotz aller Wut zynisch ist, das zu sagen. Na schön, jetzt ist es trotzdem raus. was erwartet man, wenn man bewaffnete Soldaten attackiert und sich damit faktisch (und ideologisch sowieso schon) zum Verbündeten einer feindlichen Kriegspartei macht?
Man erwartet, dass es Tote geben wird. Genau darauf haben es die Organisatoren der Gaza-Soliflotte offenbar angelegt, und genau dafür haben sie zahllose nützliche Idioten wie Henning Mankell gefunden. Und die IDF ist ihnen leider noch zur Hand gegangen. Ob aus Inkompetenz, aus Hardlinertum oder weil einzelne Soldaten in Panik waren oder auch einfach mörderische Arschlöcher mit dicken Eiern – wer weiß. Wird sich wohl nie rausstellen, weil Israel aus leidvoller Erfahrung heraus keinen Bock hat, sich einmal mehr von EU-Kommissionen unter islamistischer Federführung der Menschenrechtsverletzung und allgemeinen Schurkerei bezichtigen zu lassen.
Man kann jetzt zu recht abkotzen darüber, dass Israel bei einem unverhältnismäßigen Militäreinsatz Menschen umbringt, selbst, wenn der Einsatz sich gegen Leute richtete, die sich weitenteils nichts Geringeres als die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben haben (wie z.B. Henning Mankell). Man könnte sich aber auch mal wieder informieren, wie viele Staaten eigentlich täglich wie viel üblere Scheiße bauen (Guantanamo, Flüchtlinge an der EU-Außengrenze verrecken lassen, Tödliche Knebel bei Abschiebungen in Deutschland, staatlich geduldete antiziganisitsche Pogrome in Italien, staatliche Ermordung von Homosexuellen im Iran …), ohne, dass man gleich deren Abschaffung fordert und nicht nur all ihre Staatsbürger in Form von Boykottaktionen mit in Haftung nimmt, sondern am besten auch noch alle anderen Leute weltweit, die zufällig Juden sind und sich nicht wie Noam Chomsky oder Tony Judt brav als Kronzeugen gegen den „Zionismus“ zur Verfügung stellen.

Ach ja, die Boykotte, darauf wollte ich ja eigentlich hinaus:

Iain Banks will seine Bücher jetzt micht mehr ins Hebräische übersetzen lassen.

Die Pixies haben ihre Auftritte in Israel abgesagt.

Die israelische Delegation zur Gay Pride Parade in Madrid ist kurzerhand ausgeladen worden.

Das nur so als Kotzprobe.

Selbst, wenn man eine ernsthafte Kritik an der israelischen Regierungspolitik vorzubringen hat und nicht einfach nur dem antiisrealischen Reflex unterliegt, der jedesmal durch die Weltöffentlichkeit zuckt, wenn Israel sich nicht ganz feinartig beträgt (jaa, guter Judenstaat, braves Opfer, so ist’s gut, bloß nicht wehren – nein, nein! Aus! Böser Judenstaat!) – selbst wenn man informiert ist und wirklich etwas Ernsthaftes und Kritisches-Vernünftiges zum Thema Israel zu sagen hat, dann sollte man doch bitte, bitte, wissen, dass man die Bevölkerung Israels dafür nicht in Haftung zu nehmen hat – eine Bevölkerung, die politisch und kulturell so vielfältig ist wie kaum eine andere in der Region, weil sie nämlich in einem Staat lebt, der kulturelle und politische Vielfalt zulässt, und die zu großen Teilen selbst über den Einsatz gegen die Gaza-Soliflotte abkotzt.
Wenn man es sich genau überlegt: Warum lässt Iain Banks seine Bücher eigentlich in den USA verlegen (Folter, Todesstrafe, allerlei andere Schweinereien …), oder in Deutschland, dass ja auch gerne mal eine kleine Operation in Afghanistan mit mehrfacher Todesfolge verbockt? Wäre das nicht nur konsequent?

Es ist die ekligste Form des blinden Aktionismus, die da zum Ausdruck kommt: da geriert Banks sich noch edel, indem er auf Tantiemen aus Israel verzichtet, obwohl ihn der Verzicht auf diesen winzigen Markt so ziemlich null komma nix kosten wird – aber egal, Hauptsache, er hat etwas „unternommen“, auch wenn das, was er unternommen hat, im Endeffekt darin besteht, dem antisemitischen Kauft-nicht-bei-Juden ein antisemitisches Verkauft-nicht-an-Juden hinzuzufügen. Was bildet der Kerl sich ein, all die Menschen „bestrafen“ zu wollen, deren bevorzugte Lesesprache Hebräisch ist? Wenn er wirklich etwas tun will, sollte er dann nicht eher etwas Ernstzunehmendes zum Thema schreiben und dafür Sorge tragen, dass es ins Hebräische übersetzt wird?
Aber ich glaube nicht, dass Iain Banks irgendetwas tun will als sich als Teil einer kritischen Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Und um sich zur „kritischen Weltöffentlichkeit“ zugehörig zu fühlen, reicht es derzeit offenbar mal wieder nicht, Israel zu hassen und die kaum verhohlen antisemitische Propaganda der „linken“ Hamas-Freunde nachzuplappern (oder gar die unverhohlen antisemitische Propaganda der Hamas selber). Nein, man muss etwas „unternehmen“, zum Beispiel Israelis boykottieren, oder besser noch „Zionisten“, wie es ein britischer Gewerkschaftler will (den ich jetzt beim besten Willen nicht wieder aus den Eingeweiden des Internet kramen mag), wobei er mit Zionisten anscheinend alle Juden außer den oben erwähnten Kronzeugen vom Chomsky-Zuschnitt meint.

Über diese Madridscheiße mag ich schon gar nicht mehr reden. Fuck you, Gay Pride Madrid, und diesmal ist damit ausnahmsweise „Fuck you“ im negativen Sinne gemeint. JedeR Queere, der oder die auch nur einen Funken Anstand im Leib hat, wird einer Veranstaltung fernbleiben, von der Menschen aufgrund ihrer Staatszugehörigkeit ausgeschlossen werden.

Hinterland zum angucken

… auf Karlas blog.

Okkulte Gerätschaften

Mit viel Hilfe kluger Forenspezialisten ist es mir endlich gelungen, auf meiner alten Laptopmöhre nach ihrem Zusammenbruch unter der gesammelten Last wild wuchernder Windows-Updates Ubuntu zu installieren. Der letzte, drei Tage währende Schritt bestand darin, die WLAN-Karte zum Laufen zu bringen, damit ich ins Internet konnte. Die Lösung bestand schließlich in einer Geheimformel, die man mir auf elektronischem Weg zuraunte:

sudo cp Broadcom_Firmware.tar.gz /lib/firmware
cd /lib/firmware
sudo tar xvf /lib/firmware/Broadcom_Firmware.tar.gz
sudo rm Broadcom_Firmware.tar.gz
cd

Man muss sich da noch ein paar Ausrufezeichen zwischendurch und ein „Iäh! Iäh! Cthulhu Ftaghn!“ ans Ende denken, und dann wird einem klar, was Adorno mit der zweiten Natur meint und was das wiederum mit Lovecraft zu tun hat …