Spiel nicht mit den Schmuddelisraelis …

Ich will gar nicht damit anfangen, mich unbeliebt zu machen, indem ich über den neuen Anti-Israelischen Entrüstungssturm abkotze, der seit einer Woche durch alle Medien und allerlei Regierungen fegt. ich will eigentlich gar nicht sagen: Was erwarten die Leute, wenn sie mit den schon präventiv vom Märtyrertod schwärmenden militanten Islamisten vom türkischen IHH auf ein Boot steigen, oder mit dem islamistischen Flügel der faschistischen Grauen Wölfe, auf ein Boot, mit dessen Fahrt nach Gaza von Anfang an ein politisches und kein humanitäres Ziel durchgesetzt werden sollte? Was erwarten Leute, wenn sie das israelische Angebot, die Hilfsgüter gemeinsam auf dem Landweg nach Gaza zu bringen, konsequent ausschlagen und auf die mehrfache israelische Androhung, die Gaza-Solidaritätsflotte notfalls mit Gewalt aufzuhalten, nicht reagieren – außer durch die Feststellung, dass ggf. der Märtyrertod einen Sieg darstellt? Das will ich eigentlich alles gar nicht sagen, weil es Angesichts zahlreicher Verletzter und Toter auf der Mavi Marmara trotz aller Wut zynisch ist, das zu sagen. Na schön, jetzt ist es trotzdem raus. was erwartet man, wenn man bewaffnete Soldaten attackiert und sich damit faktisch (und ideologisch sowieso schon) zum Verbündeten einer feindlichen Kriegspartei macht?
Man erwartet, dass es Tote geben wird. Genau darauf haben es die Organisatoren der Gaza-Soliflotte offenbar angelegt, und genau dafür haben sie zahllose nützliche Idioten wie Henning Mankell gefunden. Und die IDF ist ihnen leider noch zur Hand gegangen. Ob aus Inkompetenz, aus Hardlinertum oder weil einzelne Soldaten in Panik waren oder auch einfach mörderische Arschlöcher mit dicken Eiern – wer weiß. Wird sich wohl nie rausstellen, weil Israel aus leidvoller Erfahrung heraus keinen Bock hat, sich einmal mehr von EU-Kommissionen unter islamistischer Federführung der Menschenrechtsverletzung und allgemeinen Schurkerei bezichtigen zu lassen.
Man kann jetzt zu recht abkotzen darüber, dass Israel bei einem unverhältnismäßigen Militäreinsatz Menschen umbringt, selbst, wenn der Einsatz sich gegen Leute richtete, die sich weitenteils nichts Geringeres als die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben haben (wie z.B. Henning Mankell). Man könnte sich aber auch mal wieder informieren, wie viele Staaten eigentlich täglich wie viel üblere Scheiße bauen (Guantanamo, Flüchtlinge an der EU-Außengrenze verrecken lassen, Tödliche Knebel bei Abschiebungen in Deutschland, staatlich geduldete antiziganisitsche Pogrome in Italien, staatliche Ermordung von Homosexuellen im Iran …), ohne, dass man gleich deren Abschaffung fordert und nicht nur all ihre Staatsbürger in Form von Boykottaktionen mit in Haftung nimmt, sondern am besten auch noch alle anderen Leute weltweit, die zufällig Juden sind und sich nicht wie Noam Chomsky oder Tony Judt brav als Kronzeugen gegen den „Zionismus“ zur Verfügung stellen.

Ach ja, die Boykotte, darauf wollte ich ja eigentlich hinaus:

Iain Banks will seine Bücher jetzt micht mehr ins Hebräische übersetzen lassen.

Die Pixies haben ihre Auftritte in Israel abgesagt.

Die israelische Delegation zur Gay Pride Parade in Madrid ist kurzerhand ausgeladen worden.

Das nur so als Kotzprobe.

Selbst, wenn man eine ernsthafte Kritik an der israelischen Regierungspolitik vorzubringen hat und nicht einfach nur dem antiisrealischen Reflex unterliegt, der jedesmal durch die Weltöffentlichkeit zuckt, wenn Israel sich nicht ganz feinartig beträgt (jaa, guter Judenstaat, braves Opfer, so ist’s gut, bloß nicht wehren – nein, nein! Aus! Böser Judenstaat!) – selbst wenn man informiert ist und wirklich etwas Ernsthaftes und Kritisches-Vernünftiges zum Thema Israel zu sagen hat, dann sollte man doch bitte, bitte, wissen, dass man die Bevölkerung Israels dafür nicht in Haftung zu nehmen hat – eine Bevölkerung, die politisch und kulturell so vielfältig ist wie kaum eine andere in der Region, weil sie nämlich in einem Staat lebt, der kulturelle und politische Vielfalt zulässt, und die zu großen Teilen selbst über den Einsatz gegen die Gaza-Soliflotte abkotzt.
Wenn man es sich genau überlegt: Warum lässt Iain Banks seine Bücher eigentlich in den USA verlegen (Folter, Todesstrafe, allerlei andere Schweinereien …), oder in Deutschland, dass ja auch gerne mal eine kleine Operation in Afghanistan mit mehrfacher Todesfolge verbockt? Wäre das nicht nur konsequent?

Es ist die ekligste Form des blinden Aktionismus, die da zum Ausdruck kommt: da geriert Banks sich noch edel, indem er auf Tantiemen aus Israel verzichtet, obwohl ihn der Verzicht auf diesen winzigen Markt so ziemlich null komma nix kosten wird – aber egal, Hauptsache, er hat etwas „unternommen“, auch wenn das, was er unternommen hat, im Endeffekt darin besteht, dem antisemitischen Kauft-nicht-bei-Juden ein antisemitisches Verkauft-nicht-an-Juden hinzuzufügen. Was bildet der Kerl sich ein, all die Menschen „bestrafen“ zu wollen, deren bevorzugte Lesesprache Hebräisch ist? Wenn er wirklich etwas tun will, sollte er dann nicht eher etwas Ernstzunehmendes zum Thema schreiben und dafür Sorge tragen, dass es ins Hebräische übersetzt wird?
Aber ich glaube nicht, dass Iain Banks irgendetwas tun will als sich als Teil einer kritischen Weltöffentlichkeit zu präsentieren. Und um sich zur „kritischen Weltöffentlichkeit“ zugehörig zu fühlen, reicht es derzeit offenbar mal wieder nicht, Israel zu hassen und die kaum verhohlen antisemitische Propaganda der „linken“ Hamas-Freunde nachzuplappern (oder gar die unverhohlen antisemitische Propaganda der Hamas selber). Nein, man muss etwas „unternehmen“, zum Beispiel Israelis boykottieren, oder besser noch „Zionisten“, wie es ein britischer Gewerkschaftler will (den ich jetzt beim besten Willen nicht wieder aus den Eingeweiden des Internet kramen mag), wobei er mit Zionisten anscheinend alle Juden außer den oben erwähnten Kronzeugen vom Chomsky-Zuschnitt meint.

Über diese Madridscheiße mag ich schon gar nicht mehr reden. Fuck you, Gay Pride Madrid, und diesmal ist damit ausnahmsweise „Fuck you“ im negativen Sinne gemeint. JedeR Queere, der oder die auch nur einen Funken Anstand im Leib hat, wird einer Veranstaltung fernbleiben, von der Menschen aufgrund ihrer Staatszugehörigkeit ausgeschlossen werden.


33 Antworten auf “Spiel nicht mit den Schmuddelisraelis …”


  1. 1 Frank Böhmert 09. Juni 2010 um 23:09 Uhr

    Ja! Ja! Ja!

    Und das hier nochmal hervorgehoben: Wenn er wirklich etwas tun will, sollte er dann nicht eher etwas Ernstzunehmendes zum Thema schreiben und dafür Sorge tragen, DASS es ins Hebräische übersetzt wird?

    Jakob: danke.

  2. 2 ciodo 09. Juni 2010 um 23:16 Uhr

    Sehr nachvollziehbar, das Ausgekotze.

  3. 3 Jasper 10. Juni 2010 um 10:05 Uhr

    Ja, so ist es. Leider. Ich traue mich dieses Jahr schon wieder kaum zum Berliner .alt CSD, weil ich da angesichts von WM und Israel-Dingens schon wieder eine Flaggenproblematik heraufziehen sehen. Und ich bin ja feige, ich will mich mit diesen Leuten nicht streiten, ich will nur, dass die weggehen aus meiner Kuschelecke.

  4. 4 ohnegleich 10. Juni 2010 um 10:58 Uhr

    Supervielen Dank, Jakob!!

    Bei Mankell und Banks hilft nichts mehr, aber bei den Pixies ist es immmerhin so, dass man gut Pixies hören kann, wenn man sich über die Pixies und ihren Boykott aufregt, weil Pixies hören ja ganz doll Spaß macht, wenn man a bisserl wütend ist … ach, ach, ach, was für ein hirnloser Scheiß ….

  5. 5 Administrator 10. Juni 2010 um 11:30 Uhr

    „You‘re so pretty when you‘re unfaithful to me.“ Passt auch irgendwie …

  6. 6 Administrator 10. Juni 2010 um 15:03 Uhr

    Hier spricht Mankell seine Vernichtungsfantasien noch mal sehr deutlich selber aus:

    „So as not to lose sight of the goal, which is to lift the brutal blockade of Gaza. That will happen.Beyond that goal, others are waiting. Demolishing a system of apartheid takes time. But not an eternity.“

    (http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2010-06-04/henning-mankell-diary-of-the-gaza-flotilla-israel/3/)

    der schreckliche persönliche Leidensweg, den er da schildert, erinnert mich frappierend an meine Jugenderfahrungen bei der Festnahme nach einer Anti-Castor-Demo. Wenn ich ihm davon schreibe, ob er seine Bücher dann wohl auch vom deutschen Markt nimmt? Einen Versuch ist es wert. Am liebsten würde ich eine Briefaktion starten: Leute, schreibt Henning Mankell und Iain Banks, was in euren Ländern alles Schreckliches vorgeht, und bittet sie, sofort ihre Bücher vom jeweiligen Markt zu nehmen!

    Besonders schön absurd an Mankells Bericht ist übrigens die Stelle, wo er und seine Freunde die israelischen Soldaten NICHT fragen, ob sie sich etwas zu Essen kochen dürfen, denn dann könnten die das ihnen ja ERLAUBEN und das ganze FILMEN, um sich in der Öffentlichkeit als besonders großzügig darzustellen. Mann, sind die verschlagen, diese Israelis: Wenn sie böse sind, sind sie böse, und wenn sie nett sind, sind sie nur nett, um die Weltöffentlichkeit darüber hinwegzutäuschen, dass sie eigentlich doch böse sind …

    Ich gestehe, ich empfinde bei der Lektüre von Henning Mankells Jammermanifest eine gewisse klammheimliche Freude. Dass sie ihm die Socken gestohlen haben, das geschieht ihm schon ganz recht … was nichts daran ändert, dass das ganze doch eher eine Brandschrift ist und sicher kein Beitrag zu einer friedlichen Lösung des Nahost-Konflikts oder zur Aufhebung der Gaza-Blockade.

  7. 7 Jasper 10. Juni 2010 um 18:42 Uhr

    Henning Mankells Socken – prima Bandname ne für ne antideutsche HC-Band eigentlich.

  8. 8 Literaturkritikeroberrabbiner 10. Juni 2010 um 21:09 Uhr

    „Hier spricht Mankell seine Vernichtungsfantasien noch mal sehr deutlich selber aus:

    „So as not to lose sight of the goal, which is to lift the brutal blockade of Gaza. That will happen.Beyond that goal, others are waiting. Demolishing a system of apartheid takes time. But not an eternity.““

    Üble Vernichtungsfantasie, ein Apartheidssystem abschaffen zu wollen. Das würde tatsächlich den dort lebenden Juden ihrer Existenzgrundlage berauben! Für die Apartheid! Für das Leben!

  9. 9 Administrator 10. Juni 2010 um 22:09 Uhr

    Ja, klar, „demolishing“ ist sicher eigentlich total nett und freundlich gemeint, besonders, wenn man bedenkt, dass Mankell ein paar Absätze vorher klarstellt, dass er den israelischen Soldaten niemals dafür vergeben wird, dass sie es gewagt haben, ihn auch nur anzuschauen. Er macht ja nun wirklich kaum einen Hehl daraus, dass sein Hass jedem einzelnen jüdischen Israeli gilt, all diesen widerlichen Hebräisch-Sprechern, die sich erdreisten, seine Bücher zu mögen …

    Ich frage mich, was du sagen würdest, wenn z.B. irgendein amerikanischer Autor daherkäme und über den Iran sagen würde: „Demolishing a clerical fascist regime takes time. But not an eternity.“ Na, erkennst du die gar nicht so unterschwellige Drohung darin vielleicht schon eher?

    Lassen wir mal ganz außen vor, wie absurd die Diffamierung von Israel als Apartheidsstaat ist, egal, wie gern und häufig das kolportiert wird.

    Aber egal. Ich wusste ja, dass ich mir mit meinen Worten Schreihälse wie dich, Literaturkritikeroberrabbiner, herhole, die sich einbilden, mit ein bisschen plumper Ironie anonym auftrumpfen zu können.

  10. 10 Literaturkritikeroberrabbiner 10. Juni 2010 um 22:43 Uhr

    Da ich mein Weltbild nicht ganz so rassistisch aufgezogen habe wie su, würde ich schon fragen was der amerikanische Autor statt dem „Klerikal-Faschismus“ dort installiert sehen will und wie er das durchgezogen sehen will, bevor ich dem eine bösartige Vernichtungsfantasie unterstellen würde (tu ich übrigens bei den ganzen Iransolitruppen auch nicht, sollte ich wohl lieber, nech). Ich kann mir zB einiges schöneres als die gegenwärtige Herrschaft für Iraner und Israelis vorstellen. Auch für Deutschland. Entweder sind diese Vernichtungsfantasien eine ziemlich beliebige Kategorie oder du wendest sie falsch an.
    Sollte er zB „to slowly transform“ statt demolishing benutzen?
    Israel langsam tranfsormieren, in etwas wenig Besseres, aber keinem Juden dabei vor den Kopf stoßen und sich gefälligst von der israelischen Führung vorher einen Zeitplan dafür abholen und deren Startsignal abwarten! So hört sich das doch schon viel besser an, wenn man denen den Vorwurf „Apartheidsstaat“ macht. Soldaten und Polizisten sollte man, bei der erwartbaren (!!!) Gegenwehr, freundlich behandeln, ihnen vergeben und sich nicht noch über die Behandlung beschweren. Soldaten tun ihre Pflicht, die sich aus den Zwängen, denen ihre Regierung unterliegt, ergibt. Die sind keine Schweine!
    Ist nun alles Oki-Doki?

  11. 11 Literaturkritikeroberrabbiner 10. Juni 2010 um 22:51 Uhr

    Korrektur zum ersten Satz:
    „… nicht ganz so rassistisch aufgezogen habe, wie du von mir denkst.“

  12. 12 Administrator 10. Juni 2010 um 23:31 Uhr

    Nö, ist nicht oki-doki. Vielleicht versteh ich aber auch nur den Witz nicht …

    Lass halt mal mit der Ironie, das kommt bei nicht an. Dazu finde ich diese ganze Scheiße leider viel zu unlustig. Lies lieber einfach noch mal den ganzen Mankell-Reisebereicht, und wenn du mir dann immer noch ernsthaft erzählen willst, das sei keine hasserfüllte Hetzschrift, dann weiß ich zumindest, dass es sich gegen ein solches Maß an willentlicher Realitätsverkennung nicht anzudiskutieren lohnt.

  13. 13 Literaturkritikeroberrabbiner 10. Juni 2010 um 23:41 Uhr

    „Wenn du mir nicht zustimmst, dann liegst du unrettbar falsch.“

    Danke für die offene Antwort. Muss ich jetzt mit meiner Erschiessung oder Sockenklau rechnen?

  14. 14 Administrator 10. Juni 2010 um 23:47 Uhr

    Ne, keine Bange. Ich steh nicht so auf Drohgebärden und Eskalation, und sei es nur Sockenklau.

  15. 15 Administrator 10. Juni 2010 um 23:56 Uhr

    Nebenbei bemerkt schließe ich den Thread jetzt über Nacht vorsichtshalber. Ich hab schon erlebt, was man manchmal ganz unverhofft morgens alles für einen Mist dastehen hat bei gewissen Themen …

  16. 16 ohnegleich 11. Juni 2010 um 9:39 Uhr

    Ich glaube, das muss man auch in Verbindung mit einer früheren Aussage Mankells sehen, denn dann wird deutlich, dass es ihm um die Abschaffung nicht nur der sogenannten Apartheid geht, sondern um die Abschaffung des „Apartheidstaates“.

    Der Text (http://www.hintergrund.de/20090611410/politik/welt/von-apartheid-gestoppt.html) wurde bereits vor der flotten Gaza-Geschichte veröffentlicht. Darin heißt es u.a.

    „Was ich während dieser Reise sah, war völlig eindeutig: der Staat Israel ist in seiner gegenwärtigen Form ohne Zukunft. Jene, die eine Zwei-Staaten-Lösung vertreten, denken ausserdem falsch.

    1948, als ich geboren wurde, erklärte Israel seine Unabhängigkeit auf besetztem Gebiet. Es gibt keinerlei Gründe dafür, dass dies eine völkerrechtlich legitime Handlung war. Man besetzte ganz einfach palästinensisches Land. Und man fährt fortlaufend fort, diesen Landbesitz zu vergrössern, etwa durch den Krieg 1967 und heute durch die ständige Zunahme an Siedlungen. Hin und wieder wird eine Siedlung abgerissen, um den Schein aufrechtzuerhalten. Aber bald taucht sie woanders wieder auf. Eine Zwei-Staaten-Lösung bedeutet nicht, dass die historische Besatzung aufgehoben wird.

    Israel wird es genauso ergehen wie Südafrika unter der Apartheidzeit. Die frage ist nur, ob die Israelis Vernunft annehmen werden und freiwillig einer Abwicklung des Apartheidstaates zustimmen werden. Oder ob es zwangsweise geschehen wird.

    Auch kann niemand sagen, wann es geschieht. Der endgültige Aufruhr wird natürlich von innen kommen. Aber plötzliche Veränderungen in Syrien oder Ägypten werden dazu beitragen können.

    Ebenso wichtig ist selbstverständlich, dass die USA es sich bald nicht mehr leisten können, diese abscheuliche Kriegsmaschine zu bezahlen, die Steine werfende Jugendliche von einem normalen Leben in Freiheit fernhält.

    Wenn Veränderungen kommen, wird es von dem einzelnen Israeli abhängen, ob er oder sie bereit ist, auf seine Privilegien zu verzichten und in einem palästinensischen Staat zu leben. Ich stiess auf meiner Reise auf keinen Antisemitismus. Hingegen auf einen normalen Hass auf die Besatzer. Es ist wichtig, diese Dinge auseinanderzuhalten.

    Der Staat Israel hat nur eine Niederlage zu erwarten, wie alle Besatzungsmächte.

    Die Israelis vernichten Leben. Aber sie können nicht die Träume zerstören. Der Untergang dieses verächtlichen Apartheidsystems ist das einzig denkbare Resultat, da es notwendig ist.

    Die Frage lautet also nicht ob, sondern wann es geschieht. Und natürlich auch, auf welche Weise.“

    In zwei Bemerkungen wird die Absicht Mankells hier besonders deutlich. Erstens zu Anfang des hier zitierten Texts, wo er bereits die Gründung des Staates als „illegitim“ bezeichnet. (Wenn man so denkt, existiert auf dem amerikanischen Kontinent überhaupt kein Staat mit einer Legitimation, da alle Staaten dort von Einwanderern und „Besatzern“ gegründet wurden)

    Und dann natürlich der Satz mit den Israelis, die sich entscheiden müssten, ob sie in einem palästinensischen Staat leben wollen oder nicht. Hier taucht die Alternative eines Staates Israel für die Israelis überhaupt nicht mehr auf. Klar, Mankell akzeptiert ja auch keine Zweistaaten-Lösung.

    Von daher muss man leider davon ausgehen, dass Mankell mit „demolish“ etwas ganz Bestimmtes meint. In diesem Kontext kann man sich dann auch vorstellen, was er sich unter den Veränderungen in Syrien und Ägypten erträumt.

    Ganz nebenbei stößt auch der Satz „Ich fand auf meiner Reise keinen Antisemitismus“ etwas auf. Mankell selbst ist nämlich kein Gewährsmann für eine solche Aussage. Die Vorstellung, dass die Juden 1948 den Staat unrechtmäßig gegründet hätten und ihn sich quasi nur durch Besatzung, Unterdrückung usw. erschlichen hätten, deckt sich mit den allererbärmlichsten antisemitischen Klischees: Der Jude, der aus eigener Kraft und mit eigener Arbeit überhaupt kein Gemeinwesen schaffen kann, sondern sich nur als Schmarotzer und Parasit ernähren kann, indem er die „richtigen“ und damit edleren Völker (in diesem Fall die palästinensischen Araber) unterdrückt, ausbeutet, ausblutet und zu vernichten versucht (obwohl – typischer Logikfehler in derlei Hirngespinsten – wen sollen sie denn noch ausbeuten, wenn sie erst mal vernichtet haben?). Dieser Reflex spielt eine große Rolle bei der Tatsache, dass Israel im Gegensatz zu anderen Staaten, die Scheiße bauen, immer gleich auch als Staat oder Demokratie infrage gestellt wird. Und dieser antisemitische Reflex ist Mankell offenbar nicht bekannt, weshalb er ihm selber frönt, und dabei auch richtig auf die Kacke haut.

    Mitsamt der Vorstellung, dass die USA das Ganze unterstützen (sie sind ja die Knechte Israels bzw. der Juden, das weiß von der Al Quaida bis zu Goebbels jeder), und zwar so lange, bis sie es sich nicht mehr leisten können — denn auch hier saugt und schmarotzt der Parasit bis zum letzten Tropfen alles aus. Wenn das auch nicht ganz wörtlich ausgesprochen ist, so ist doch die Idee hinter Mankells Formulierung unverkennbar.

    Man könnte einen solchen verwirrten, wenn auch nicht ganz kleinen Geist wie Mankell ja irgendwie verschmerzen. Wirklich schlimm ist aber, dass Leute mit solchen Einstellungen als Gewährsleute durch die Medien geschleift werden. Und dass man sich um diese Winkelzüge antisemitischer Denkbilder und Argumentationen gar nicht mehr ausreichend kümmert. Dass man sie nicht mehr als solche wahrnimmt und einfach durchwinkt. Sogar durch die Tagesschau.

    Da wächst meine Wut auf die GEZ geradezu ins Unermessliche.

  17. 17 Administrator 11. Juni 2010 um 9:50 Uhr
  18. 18 Frank Böhmert 11. Juni 2010 um 10:56 Uhr

    Und noch mal zu Banks von einem anderen blogger:

    http://normblog.typepad.com/normblog/2010/06/israel-human-decency-common-humanity-by-eve-garrard.html

    Wow, das ist einer der besten Kommentare, die ich zu dem Thema in den letzten zehn Tagen gelesen habe.

  19. 19 ohnegleich 11. Juni 2010 um 11:24 Uhr

    Schließe mich Franks Kommentar zum Kommentar an.

    Ich kann aber irgendwie nicht anders und klammere mich immer noch an den Glauben, dass das Leuten wie Banks doch einleuchten müsste, wenn sie es lesen würden. Warum lesen die das nicht? Warum leuchtet es ihnen nicht ein? Die Konsequenz davon müsste ja nicht sein, jede Kritik oder jeden Protest an oder gegen Israel zu unterlassen. Die Konsequenz sollte nur verhältnismäßiger sein, und der Protest sollte sich dann eben ähnlich differenziert und konstruktiv äußern wie der gegen die abscheuliche und erbärmliche Diskriminierung der Roma in Ungarn …

    … oha, stimmt, dagegen protestiert ja gar keiner. Wie konnte ich das nur vergessen?

  20. 20 Mit der Logik nachgemessen 12. Juni 2010 um 1:23 Uhr

    Dir ist aber schon klar, dass die Gaza-Blockade, die sich auf Produkte wie Tee, Nudeln, Sesam, Zement, Schuhe, Spielzeug usw. bezieht, gar nichts anderes als eine kollektive Bestrafung der Bevölkerung in Gaza ist? Einerseits bist du im Hinblick auf Israel gegen eine solche kollektive Bestrafung, andererseits findest du es anrüchig, ja direkt politisch (buuh!), wenn Leute es im Hinblick auf den Gaza-Streifen ebenfalls sind.

    Und dabei muss man schon zwei ziemlich ungleichnamige Dinge gleichsetzen, um in beiden Fällen von einer „kollektiven Bestrafung“ zu sprechen. Was die BDS-Kampagne angeht, handelt es sich um private Initiativen, nicht um eine konzertierte staatliche Politik wie im Fall der Blockade des Gaza-Streifens, zu der Israel einfach gar kein Recht hat.

  21. 21 Literaturkritikeroberrabbiner 12. Juni 2010 um 1:46 Uhr

    „Ich hab schon erlebt, was man manchmal ganz unverhofft morgens alles für einen Mist dastehen hat bei gewissen Themen …“

    kein wunder, wenn du so vorlegst.
    ich frage mich immer noch wo denn mankell eine vernichtungsfantasie pflegt, wenn er israels apartheidssystem abgeschafft sehen will (notfalls auch ohne kooperation israels; das wärs ja noch, auf erlaubnis zu warten).

    und meinetwegen funktioniert dein denkbefehl in irgendwelchen linken zentren/zeitungen, aber mit der realität hat es wenig zu tun (das funktioniert nur bei geistig schwachen (lesern linker meinungsvorgabeorganen zB) und da auch nur bei denen, die genau das eh schon denken wollen). ich werde sicher nicht, nur weil du mir das als vorbedingung einer diskussion mit dir stellst, deine ansicht teilen. ich würde zuvor, nenn mich altmodisch, gerne einen grund für die änderung meiner meinung erfahren. kann ja nicht so schwer sein, es scheint ja auf der hand zu liegen. wie mir das entgehen konnte… na mach halt.

  22. 22 Frank Böhmert 12. Juni 2010 um 8:41 Uhr

    Der prächtige Kommentar von Eve Garrard wird jetzt auch von der Achse des Guten verbreitet ;-)

  23. 23 Administrator 12. Juni 2010 um 10:20 Uhr

    Oberrabbiner, das steht mir gar nicht zu Gebote, dir einen „Grund für die Änderung deiner Meinung“ zu liefern. Ich wüsste gar nicht, wo ich da anfangen soll, und ich hab auch keine Lust, irgendwem von mir erwünschte Denkprozesse vorzukauen. Ob du deine Meinung ändern willst oder nicht, musst du anhand der Informationen schon selbst entscheiden, da gibt es keine feinen Logikspielchen, wo aus A>B folgt und man am Ende nachgewiesen hat, wer die Bösen sind und wer die Guten.

  24. 24 Jasper 12. Juni 2010 um 10:41 Uhr

    In Israel gibt es übrigens hinten und vorne keine „Apartheid“, egal, wie man es dreht und wendet.

  25. 25 Administrator 12. Juni 2010 um 12:42 Uhr

    @Logiknachmesser:
    Und um das noch mal festzuhalten: Nein, es handelt sich bei der Blockade nicht um eine „kollektive Bestrafungsaktion“, sondern um den Versuch, einen unnachgiebigen militärischen Feind wenigstens kleinzuhalten. Nach dem Abzug Israels aus dem Gazastreifen 2005 nahm der Beschuss von Sderot mit Qassam-Raketen massiv zu. Im Gegenzug für die Waffenruhe im Sommer 2008 lockerte Israel die Blockade, doch wurde selbige schnell durch neue Raketenangriffe der Hamas gebrochen gebrochen.
    Die Erfahrung, die Israel immer wieder machen musste, lautet: Jedes Zugeständnis an die PalästinenserInnen im Gaza-Streifen wird von der Hamas sofort mit exzessiverer Gewalt beantwortet. Unter diesen Bedingungen hat Israel kaum eine andere Wahl, als den Versuch zu unternehmen, die Hamas von allen Quellen, aus denen sie Waffen beziehen können, abzuschneiden.
    Man kann der israelischen Regierung in diesem Zusammenhang sicher vieles vorwerfen, vor allem aber eines: Dass sie Gaza beim Abzug einfach der Hamas überlassen hat. Der Hamas, die darauf erst einmal über 100 Rivalen von der Fatah ermordete, die weiterhin jede Verhandlung mit Israel ablehnt, jeden Waffenstillstand umgehend bricht, jener Hamas, die horrende Einfuhrsteuern auf die massenhaft nach Gaza gelieferten Hilfsgüter nimmt. Für die Hamas ist das eine tolle Sache: Sie bereichert sich auf Kosten der Bevölkerung, schiebt die Schuld Israel in die Schuhe und rechtfertigt damit noch international den eigenen Terror-Kurs, der die Gaza-Blockade überhaupt erst nötig gemacht hat.

    Wahrscheinlich ist es trotzdem gut, dass in der israelischen Öffentlichkeit nun ernsthaft über eine Aufhebung der Blockade diskutiert wird, denn die scheint ja ihren Zweck – die Entwaffnung der Hamas – nicht erfüllen zu können. Ob mit einer Aufhebung der Blockade etwas anders wird, wage ich allerdings zu bezweifeln – wie gesagt hat die Hamas ja oft genug bewiesen, dass sie jedes Zugeständnis zum Anlass nimmt, um so härter zuzuschlagen.

  26. 26 bigmouth 12. Juni 2010 um 13:40 Uhr

    “ Im Gegenzug für die Waffenruhe im Sommer 2008 lockerte Israel die Blockade, doch wurde selbige schnell durch neue Raketenangriffe der Hamas gebrochen gebrochen.“

    das ist falsch. die waffenruhe wurde doch israel gebrochen, bei einem angriff, bei dem 6 hamas-angehörige starben. in den 8 wochen vorher waren insgesamt keine 20 raketen abgefeuert worden, davon keine durch die hamas selbst

    http://en.wikipedia.org/wiki/2008_Israel%E2%80%93Hamas_ceasefire#Dissolution

  27. 27 Administrator 12. Juni 2010 um 13:50 Uhr

    Ach so, „keine zwanzig Raketen“. Na dann ist ja nicht so schlimm …

  28. 28 bigmouth 12. Juni 2010 um 15:27 Uhr

    angesichts der trefferquote: nein, wirklich nicht schlimm, dass im Oktober ’08 insgesamt noch ein Mörserschuß und eine Rakte verzeichnet werden konnten. dass israel den waffenstillstand torpedierte, und die bedingungen der hamas zur lockerung der blockade wenig erfüllte, war einfach dumm

  29. 29 Mit der Logik nachgemessen 12. Juni 2010 um 15:59 Uhr

    Nuja, für die zwanzig Feuerwerksraketen war das Leben von 1.400 Palis gerade gut genug!

  30. 30 Administrator 12. Juni 2010 um 20:53 Uhr

    Das ist tatsächlich mal tolle Logik, willkürlich herausgegriffene Opferzahlen in langjährigen Konflikten aufzurechnen … Ist jetzt dein Umkehrschluss, dass alles fair und okay ist, wenn Hamas und IDF immer schön gleich viele töten? So klingt das nämlich für mich.

    Es geht doch vor allem um einen jahrzehntelangen politischen Prozess, in dem die Hamas Israel nicht ein einziges Mal das Existenzrecht zugestanden hat und in dem selbst die Fatah einen Eiertanz um die Möglichkeit einer Zweistaatenlösung herum und letztlich immer einen Rückzieher gemacht hat, wenn die ernsthafte Chance für eine solche bestand. Immer, wenn in den letzten zwanzig Jahren Hoffnung auf ein konkretes Abkommen bestand, hat die Fatah es (trotz aller weltoffenen und kompromissbereiten Rhetorik Arafats) letztlich politisch torpediert. Und die Hamas hat mit Angriffen auf die israelische Zivilbevölkerung das ihrige getan, um klarzustellen, dass es auf Seiten der großen Palästinenserorganisationen KEINEN Ansprechpartner gibt, der Israels Existenzrecht ernsthaft anerkennt. Die Fatah hat bis heute trotz zahlreicher dahingehender Zusagen nicht einmal ihre Gründungserklärung geändert, in der noch immer die vollständige Vernichtung des israelischen Staats und die Vertreibung aller Juden, die nach 1917 ins Land gekommen sind (also faktisch aller), gefordert wird. (Und die Fatah ist im Vergleich zur Hamas wenigstens noch die Partei der relativen Vernunft und des Pragmatismus.)

    In diesem Zusammenhang sind „nur“ zwanzig Raketen eine ganze Menge, nämlich nichts anderes als eine fortgesetzte Kriegserklärung. Ich möchte mal wissen, von welchem anderen Staat auf der Welt man erwarten würde, dass er seine Bevölkerung mit Raketen beschießen lässt und dabei brav stillhält, weil die sind ja nur ganz klein, und auch nicht so viele, da muss man ja schon Pech haben, wenn einer stirbt, das muss man statistisch in Kauf nehmen, auf keinen Fall kann man etwas dagegen unternehmen, dann gibt es am Ende ja noch mehr Tote …

    Egal. Dass du es scheinbar lustig findest, Mordwerkzeuge als „Feuerwerksraketen“ zu verharmlosen, sagt eigentlich schon alles über die zynischen Rechenexempel, die du da bemühst. Da soll sich so ein statistisch zu vernachlässigender Zufalls-Israeli mal bitte nicht aufregen, wenn er ein bisschen von einem Feuerwerkskörper zerfetzt wird, was? Er war ja auch nicht persönlich gemeint, sondern wird eher symbolisch-stellvertretend für die gesamte jüdische Bevölkerung Israels ermordet …

  31. 31 Mit der Logik nachgemessen 12. Juni 2010 um 22:13 Uhr

    Bei dir steht doch alles auf dem Kopf: erstens, was soll die Blockade der Pasta-Einfuhr nach Gaza bitteschön mit dem Kleinhalten der Hamas zu tun haben. Beschießt die Hamas Israel jetzt mit Nudeln? Oder mit Tee? Oder mit Schuhen? Oder mit Spielzeug? Nein, das ist natürlich nichts anderes als eine kollektive Bestrafung der Bevölkerung in Gaza, indem ihr Mittel des täglichen Grundbedarfs entzogen werden. Übrigens laut Goldstone ein mögliches Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

    Zweitens, wer hat den Waffenstillstand gebrochen und damit den Gaza-Krieg angezettelt? bigmouth hat es bereits gesagt: die israelische Regierung, die in der Ha‘aretz auch offiziell bereits zugegeben hat, den Waffenstillstand nur benötigt zu haben, um einen Krieg gegen Gaza vorzubereiten. Oder, Moment, Krieg? Krieg setzt ja zwei Seiten voraus. Die Hamas hat aber gar keine Armee. Tatsächlich wurde im Gaza-Krieg keine einzige Schlacht ausgetragen, es gab nicht einmal eine Flugabwehr.

    Folglich starben in diesem „Krieg“ 1.400 Palästinenser und nur 13 Israelis, davon 5 durch „friendly fire“. Das hat nichts mit dem Aufrechnen von Leichen zu tun. Es hat etwas damit zu tun, sich Klarheit über den Charakter dieser Auseinandersetzung zu verschaffen, die in Wahrheit gar kein Krieg, sondern ein Massaker an einer Zivilbevölkerung war. Ziel war es, (a) die „Friedensoffensive“ der Hamas zurückzuschlagen – ihr Angebot einer De-facto-Anerkennung der Grenzen von 1967 –, (b) nach der Schlappe gegen die Hisbollah an einem wehrlosen Objekt die „Abschreckungskapazität“ der israelischen Streitkräfte wiederherzustellen und (c) der arabischen Welt zu vermitteln, dass sie es mit einem durchgeknallten Gegner zu tun hat, dem das Kriegsrecht völlig am Arsch vorbeigeht.

  32. 32 bigmouth 12. Juni 2010 um 22:20 Uhr

    die 2 waffeneinsätze im oktober ’08 gingen auch nicht mehr aufs konto der hamas, die sich da sehr darum bemühte, die anderen auf dem territorium gazas befindlichen gruppen von raketenbeschüssen abzubringen

    dass arafat politisch versagt hat, ist richtig. allerdings ist es durchaus umstritten, woran die gespräche 99/00 endgültig scheiterten – Barak hat da durchaus auch schlecht verhandelt. und du blendest aus, dass seit dem oslo-abkommen weiterhin fleissig siedlungen gebaut und 10.000e israelis im westjordanland angesiedelt wurden, und die zugehörigen kontrollmaßnahmen in den dutzenden checkpoints die palästinensische autonomie zu einer farce degradierten.

    das grundlegende problem – über 40 jahre militärische besetzung, mit allen unerfreulichen begleiterscheinungen, und eine staatsgründung israels, die faktisch auf ethnischer säuberung beruht – kommen bei dir gar nicht vor. die blendest du aus. israel hat über jahrzehnte interessen und existenz der palästinenser ignoriert. dass deren interessen bei gewaltverzicht besser weggekommen wären – das ist eine äusserst fragwürdige these. ob es einen palästinensischen ghandi hätte geben können, weiß niemand

  33. 33 Administrator 12. Juni 2010 um 23:21 Uhr

    So, bevor, das hier noch weiter in gesammelten Quatsch ausartet, mache ich mal endgültig zu. Alle durften fein pluralistisch ihr Wörtchen sagen und ich will’s auch stehen lassen (selbst den Unsinn über die angeblichen Ziele Israels im Gazakrieg oder die Behauptung, die Hamas wäre jemals von der Linie abgewichen, einen islamistischen Staat in Gesamtpalästina anzustreben, mit bestenfalls ein paar geduldeten Juden, oder die feinen deutschen Projektionen zum Thema ethnische Säuberungen …). Damit haben wir dann aber auch genug gelesen von den antiimperialistischen Fantasiewelten, in denen die Hamas verzweifelt um Frieden ringt und den Juden eigentlich nur aus lauter Liebe Feuerwerkskörper rüberschießt, weil die doch so hübsch bunt anzusehen sind …

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