Archiv für März 2013

Schlotzen und Kloben schon wieder in der Z-Bar!

… diesmal als Gäste bei der Langen Nacht des Stirnhirnhinterzimmers, am 22. März ab 20 Uhr. Wer kommt, erlebt das Doppelpack der beiden einzigen phantastischen Lesebühnen Berlins!

Schlotzen und Kloben in der Z-Bar

Ich sehe hier auf meinem Blog ja immer etwas verschämt-verklemmt davon ab, für die Anlässe zu werben, bei denen ich meine Ureigensten Texte zum Besten gebe – für die Auftritte unserer Lesebühne Schlotzen & Kloben also. Nun bin ich aber kürzlich in mich gegangen und habe dort – in mir – die Erkenntnis vorgefunden, dass dort ja nicht nur ich, sondern auch Simon Weinert und Jasper Nicolaisen regelmäßig ihr Bestes zum Besten geben; und das sollte, egal wie bescheiden ich bezüglich meiner eigenen Person bin, eigentlich niemand verpassen.

Außerdem gibt es Neuerungen: Denn ab jetzt treten wir erstens seltener auf, nämlich nur noch jeden zweiten Monat, zweitens am zweiten und nicht am ersten Donnerstag des jeweiligen Monats, drittens immer abwechselnd mit dem Stirnhirnhinterzimmer, und viertens von nun an in den Traditionsreichen Räumlichkeiten, die die unter drittens genannte Lesebühne seit geraumer Zeit bespielt, nämlich der Z-Bar.

Der nächste Termin ist dieser Donnerstag, der 14. März 2013 – und da der Herr Weinert zu jener Zeit in Leipzig weilt und liest, heizt uns bei unserer ersten Lesung am neuen Ort nun schon zum vierten Mal als Gaststar Svenja Schröder ein, die man ebenfalls trotz meiner Bescheidenheit nicht verpassen sollte.

Da das hier nun alles in nahezu Weinertscher Gewundenheit zum Ausdruck gebracht wurde, sei der Klick auf diverse Links in diesem Artikel anempfohlen, die hoffentlich klärende Wirkung zeitigen.

Kim Stanley Robinson, 2312

Diesmal keine Rezension: 2312 von Kim Stanley Robinson ist erschienen. Die deutsche Übersetzung stammt von mir (und das insbesondere in naturwissenschaftlichen Fragen unverzichtbare Lektorat von Birgit Herden).
Dieses Buch hat für mich nicht nur gut 4 Monate extrem fordernder und interessanter Arbeit bedeutet; Es ging mir auch persönlich ziemlich nahe, weil es sich unter anderem um die Frage dreht, ob und wie eine Liebesbeziehung gleichzeitig verbindlich sein kann und den Beteiligten nicht nur alte Freiheiten lassen, sondern neue geben kann. Die Liebesgeschichte, die Robinson erzählt, ist mit all ihren inneren Widersprüchen so ernst und glaubwürdig und steht den fingierten Beziehungskonflikten von Schnulzen der Marke True Blood so fern, dass sie die bestaunenswerten Planetenkulissen, vor denen sie spielt, fast schon zum Beiwerk macht. Nicht, dass der stahlflüssige Sonnenaufgang auf dem Merkur, ein Flug durch die zehntausende von Kilometer tiefen Sturmtäler des Saturn oder ein New York, das nach dem Anstieg des Meeresspiegels zum Venedig der Zukunft geworden ist, Bilder wären, die man so schnell vergisst.

2312 ist für mich einer der ganz großen optimistischen SF-Romane der Gegenwart, ein Buch darüber, dass der Mensch trotz aller Rückschläge ein gesellschaftliches Wesen bleibt, das prinzipiell über die Fähigkeit verfügt, sich seine Verhältnisse bewusst (besser) einzurichten; ein Buch darüber, dass auch die nichtmenschliche Welt der Steine, Tiere, Gasstürme und Qbits uns immer wieder Respekt abnötigt; darüber das wir hier sind, um sie zu verändern und uns von ihr verändern zu lassen; ein Buch nicht vom Erschrecken und Strampeln, sondern vom Abwägen, Handeln und Staunen.