Noch ganz kurz vor Jahreswechsel ist die Briefnovelle Purpur & Schwarz von K.J. Parker bei Golkonda erschienen. Die Übersetzung stammt aus meiner Feder – und es handelt sich um den bislang ersten und einzigen Fall, in dem ich einen Verleger fast schon bekniet habe, dieses ganz bestimmte Buch für ihn übersetzen zu dürfen, und meinen Wunsch erfüllt bekommen habe!

K.J. Parker ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen, von der u.a. einer der beiden mehr als 2000-seitigen Fantasy-Zyklen stammt, die ich nicht nur bis zum Ende durchgehalten, sondern dabei auch maßlos genossen habe (namentlich die Engineer-Trilogie, die es leider nicht auf Deutsch gibt). „Fantasy“ ist dabei etwas irreleitendes Attribut, denn Parkers Werke spielen zwar allesamt in Sekundärwelten, allerdings gibt es dort im Allgemeinen weder Monster noch Magie. Dafür allerdings jede Menge Menschen, die meist einen scharfen Verstand haben, eine Reihe höchst idiosynkratischer Unzulänglichkeiten oft emotionaler Art aufweisen sowie über einen knochentrockenen Sinn für Humor verfügen.
In Purpur & Schwarz geht es darum, dass politischer Idealismus manchmal mehr mit politischen Realitäten zu tun hat, als einem lieb sein kann. Es geht darum, was es für eine Freundschaft bedeutet, wenn sie zu einem nicht geringen Teil auf der Abmachung beruht, dass man gemeinsam die Welt verändern will – und wenn jemand sich Jahre später auf die Buchstaben dieser Abmachung beruft. Es geht in dem Buch tatsächlich sogar ein bisschen um mich. Ich weiß wirklich nicht, wie die Autorin das alles über mich rausgefunden hat …
Nein, ganz tot ist mein Blog nicht, und im Nicht-ganz-tot-Zusammenhang möchte ich mal auf folgendes soeben erschienene Buch hinweisen:

Geschrieben von Gero Reimann 1984, lektoriert und herausgegeben von mir in den letzten 1-2 Jahren. Vorwort von Winfried Czech. Die erste und bislang letzte unaufgeforderte Manuskriptzusendung an den Shayol-Verlag, die mich auf den ersten Blick fasziniert hat. Eines der besten, quälendsten, lustigsten und wütendsten Bücher, die ich kenne.
Beim Verlag.
Neuigkeit 1: Meine Kurzgeschichte „Auslese“, erschienen in der Anthologie Die Audienz im Wurdack-Verlag, wurde neben 11 anderen Geschichten für den Deutschen Science-Fiction-Preis 2010 nominiert. Schon die Nominierung an sich ist ein ordentlicher Hammer für mich, und erst recht gefällt mir die Gesellschaft: darunter Karla Schmidts traurige Geschichte „Erlösungsdeadline“, Nadine Boos’ durchgeknallte Story „Finja-Danielas Totenwache“ und vor allem Markolf Hoffmanns finster-ironische SF-Geschichte über die zukünftige Entwicklung zweier ganz besonders menschlicher Technologien, namentlich Mord und Kunst, der ich so ziemlich alle Preise wünsche, die dieses Jahr verteilt werden.
Mehr dazu im SF-Netzwerk.
Wo wir gerade bei Markolf Hoffmann sind Neuigkeit 2: Seine Fantasy-Storysammlung Das Flüstern zwischen den Zweigen, mit einem Vorwort von mir und von mir bei Shayol verlegt, ist erschienen. Wer muss das lesen? Vor allem Fans von Tobias O. Meißner und George R.R. Martin, vom Stirnhirnhinterzimmer und Schlotzen & Kloben. Fans von meinem erlesenen Geschmack sowieso. Und alle anderen.
… darüber, dass nun endlich Wir waren außer uns vor Glück, ein Band mit Novellen und Kurzgeschichten von David Marusek, bei Golkonda erschienen ist. Fünf kluge, schöne, bewegende Geschichten aus der nahen Zukunft. Übersetzt von Jasper Nicolaisen und mir. Zu bestellen hier oder hier.
Eure Lieblings-Maiopais, die Herren Nicolaisen, Schmidt und Weinert, treten auch diesen Monat wie gewohnt in der Tristeza auf, und um euch in gewohnter Länge, Breite und Dichte zu erfreuen, haben einige von ihnen glatt ganz den Kampftag der ArbeiterInnenklasse ganz privat zum Tag der Textarbeit umgeweiht – wenn man das denn Arbeit nennen will. Politisch ist das natürlich völlig falsch, politisch aber noch falscher als Arbeit am 1. Mai ist Selbstausbeutung am 1. Mai. Um uns also nicht ganz so übel als kleinbürgerlichen Klassenfeind dastehen zu lassen könnt ihr – was? Richtig, uns am Donnerstag Geld in die Büchse werfen, damit die Selbstausbeutung sich nachträglich in kaum verhohlenem Stolz doch noch als Arbeit bezeichnen darf!
Die kritische Frage darf aber auch hier nicht fehlen: Cui bono? Na ihr! Um den Wortmehrwert einzustreichen, müsst ihr allerdings schon persönlich in die Tristeza kommen. Am 5. Mai um 20 Uhr ist Zahlnacht!
Meine Kurzgeschichte „Im Himmel“, erschienen in Zwielicht 2, wurde für den Vincent Preis nominiert. Anlässlich dessen gibt es sie jetzt auch komplett online auf Fantasyguide zu lesen.
Meine Kurzgeschichte „Auslese“ aus der Anthologie Die Audienz ist in ungarischer Übersetzung beim Online-Magazin sfmag.hu erschienen. Lässt man sie sich durch Google rückübersetzen, fördert man einige Perlen erstaunlich das Literatur Modernismicze zu fünfzehn Uhr dreißig.
Dazu gibt es ein Interview mit mir, dessen deutsche Fassung ich ins scifinet-forum gestellt habe. Wer also findet, dass ich zu wenig über das Schreiben, das Grauen, den Alltag und deren Synthese blogge, kann sich dort einige charakteristische Gemeinplätze abholen.
Niklas Peinecke (Autor genialer SF-Stories wie „Klick, Klick, Kaleidoskop“) hat den Storyband Die Audienz rezensiert, der meine Geschichte „Auslese“ enthält.
Eine weitere Rezension auf fictionfantasy stammt von Rupert Schwarz.
Auf der Phantasticouch rezensiert Carsten Kuhr wie immer detailliert Zwielicht 2. Außerdem wird der Band gerade im Horror-Forum diskutiert.
Und im SF Forum läuft derzeit ein Lesezirkel zum Bowie-SF-Storyband Hinterland.
Fast vergessen im Jahreswechseltrubel: Die Horroranthologie Zwielicht 2, herausgegeben von Michael Schmidt, ist im Dezember erschienen. Von mir ist die Kurzgeschichte „Im Himmel“ enthalten, eine Horrorgeschichte um einen alleinerziehenden Vater und gruselige Insekten, der man (so hoffe ich) ein bisschen den extremen Eindruck anmerkt, den Laird Barron auf mich gemacht hat. Bestellen kann man das Buch direkt über den Verlag Eloy Edictions oder über den Herausgeber, und am Dienstag bringe ich auch ein paar ins Otherland.

Raumanzüge & Räuberpistolen, der erste Storyband unserer Lesebühne (also derjenigen der Herren Nicolaisen, Schmidt und Weinert) ist erschienen, knallrot und knallvoll mit weidlich bühnenerprobten Texten auf satten 124 Seiten! Lest alles darüber, hier! Und dann lest alles darin, in dem Buch, das zwar schon hier, bei mir ist, aber noch nicht bei euch zuhause, was ihr ganz schnell ändern könnt, indem er ihr es mittels einer formlosen E-mail an den befreundeten Golkonda-Verlag für 10 € bestellt. Wenn ihr richtig krass werden wollt, spart euch die Versandkosten, indem ihr gleich weitere tolle Bücher aus dem Programm von Golkonda oder Shayol mitbestellt. Zum Beispiel Jeff VanderMeers Storysammlung Ein Herz für Lukretia, oder Das versteckte Sternbild, den wildromantischen SF-Roman, der von Herrn Nicolaisen oder von Dietmar Dath hätte sein können, wäre er nicht von David Dalek! Schnappt sie euch alle, haps!
Wer zu unserer Lesung (2. Dezember) und/oder zur Release-Party (5. Dezember) kommt (schaut auf den Schlotzen-Blog!) kriegt das Buch natürlich auch, und dazu unser wärmstes Dankeschön.
(Ach ja, bitte benutzt für Bestellungen nicht den Shop der Shayol-Seite, sondern schreibt eine mail an den oben verlinkten Golkonda-Verlag, da Shayol gerade virtuell umgebaut wird.)